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Merken   Drucken   09.01.2012, 11:32 Schriftgröße: AAA

Weniger Boni: Wall Street kappt Spitzengehälter um bis zu 50 Prozent

Viele Banker müssen für 2011 mit drastischen Rückgängen rechnen. Die Kürzungen treffen vor allem die oberen Etagen. Viele Angestellte im Finanzsektor werden dadurch mehr verdienen als ihre Chefs. von Frank Bremser 
Magere Zeiten für Wall-Street-Banker: Nach Informationen des "Wall Street Journal" (WSJ) müssen sich die gut 400 Partner der Investmentbank Goldman Sachs  darauf einstellen, 2011 nur halb so viel Gehalt zu kriegen wie 2010. Der Zeitung zufolge dürfte sich die Bezahlung für einen Partner von Goldman aber immer noch im Bereich von drei bis 6,5 Mio. Dollar bewegen. Bei Morgan Stanley dürften die Boni im Vergleich zum Vorjahr um 30 bis 40 Prozent sinken.
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In den USA beginnt in dieser Woche die Quartalssaison. Kurz nach Veröffentlichung der Zahlen zum letzten Geschäftsjahrsviertel und damit des Jahresergebnisses geben die US-Banken auch ihre Bonizahlungen für das abgelaufene Jahr bekannt. Die Berichtssaison eröffnet traditionell am heutigen Montag der Aluminiumkonzern Alcoa , am Freitag lässt sich als erste große US-Bank JP Morgan  in die Bücher schauen.
Einer Studie von Bank of America Merrill Lynch zufolge dürften in der Branche über die kommenden zehn Jahre die Gehälter im Schnitt um gut zwanzig Prozent sinken. Für das Jahr 2011 prophezeien die Analysten für die USA einen durchschnittlichen Rückgang um 34 Prozent auf 85.000 Dollar. Die höchsten Boni wurden der Studie zufolge im Jahr 2006 mit im Schnitt 191.360 Dollar gegönnt, 397 Prozent des durchschnittlichen Einkommens eines US-Haushalts. Dieser Wert hätte in den 1980er-Jahren in den USA noch 50 Prozent betragen und sei in den 1990er-Jahren auf 150 Prozent und ab 2001 auf 250 Prozent angestiegen.
Hintergrund für die fallenden Zusatzgehälter sind gesunkene Einnahmen aus dem Handelsgeschäft, schärfere Regulierung und das schwierige und unsichere Marktumfeld. Zudem sorgen die gesunkenen Aktienkurse dafür, dass wertmäßig der Anteil der in Aktienoptionen ausgezahlten Boni sinkt. Das WSJ berichtet weiter, dass auch die starke Anti-Banker-Stimmung in den USA die Konzerne dazu bringe, weniger Geld an ihre Angestellten auszubezahlen. Besonders leiden müssen 2011 die Top-Banker - schlicht, weil sie auch die höchsten Boni kassieren. Die geänderte Lohnpolitik werde auch dazu führen, dass viele Angestellte mehr als ihre Chefs verdienen werden.
Im Zuge der Regulierung und der öffentlichen Kritik hatten viele Institute die Festgehälter erhöht und die Boni geschrumpft. Nach Ansicht von Regulierungsbehörden führen die hohen Sonderleistungen dazu, dass viele Banker übermäßig stark ins Risiko gehen und damit letztlich die Stabilität des Finanzsystems gefährden. Auch aus diem Grund wird der BofA zufolge der Anteil der Bonuszahlungen am Gehalt in Zukunft sinken.
Neben den gesenkten Boni setzen die Banken aber auch generell beim Personal die Axt an. So haben nach Berechnungen des WSJ die Finanzinstitute an der Wall Street allein im zweiten Halbjahr 2011 die Streichung von mehr als 100.000 Stellen angeordnet.
Doch die Zeitung macht den darbenden Bankern Hoffnung und zitiert Unternehmensberater Ira Kay von der Firma Pay Governance mit den Worten: "Bezahlung steigt und fällt mit Reputation, wirtschaftlichem Umfeld und Regulierung. Derzeit arbeiten eben all diese Faktoren gegen die Menschen an der Wall Street." Das werde sich aber auch wieder ändern.
18:07:32 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Goldman Sachs 96,7 USD   -0,17%  -0.16
JP Morgan Chase 33,5 USD   -1,38%  -0.47
Alcoa 8,63 USD   0,00%  0
  • FTD.de, 09.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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