Microsoft-Gründer Paul Allen und Bill Gates
Das ist schon schlimm genug. Richtig schmerzhaft aber wird es, weil ab und an durchschimmert, wie gut "Idea Man" hätte sein können. Etwa, wenn Allen über das schwierige Verhältnis zu Gates schreibt: Natürlich ist das einseitig, und Gates kommt als cholerischer Kontrollfreak nicht allzu gut dabei weg.
Aber das kann in einer Autobiografie auch ruhig so sein. Und wenn Allen immer wieder Gates' Versuche schildert, ihm Firmenanteile abzuluchsen, wenn er schließlich erzählt, wie ihn Gates und Microsoft-Chef Steve Ballmer ganz rausdrängen wollten, dann bekommt der Leser eine Ahnung von seiner Verbitterung - aber auch nicht mehr. Allen setzt auch hier nur Details aneinander. Eine Geschichte erzählt er nicht.
Hand in Hand mit diesem Nullgespür für Dramatik geht leider auch noch ein Hang zum Eigenlob. Ob er nun Steve Jobs über die Nützlichkeit einer zweiten Maustaste belehrt oder mit Gates über Geschäftsfragen diskutiert - stets ist es der Autor, der recht behält.
Natürlich, Allen hat schon in jungen Jahren mehr erreicht, als die meisten je schaffen werden. Aber gerade als lebende Legende sollte er auf Selbstbeweihräucherung verzichten können. Sätze wie: "Aber letztlich kann ich damit leben, dass ich mehr Alleskönner bin als nur ein Experte in einem bestimmten Fachgebiet", hat ein Paul Allen nicht nötig.