FTD.de » Management + Karriere » Management » Firmen aus Russland und China schmieren am häufigsten

Merken   Drucken   02.11.2011, 13:50 Schriftgröße: AAA

Wirtschaftskriminalität: Firmen aus Russland und China schmieren am häufigsten

Bestechungsskandale gibt es immer wieder auch bei deutschen Unternehmen. In anderen Ländern allerdings ist die Bereitschaft zur Korruption deutlich höher. Vor allem russische und chinesische Manager sind laut Studie zu illegalen Zahlungen bei Auslandsgeschäften bereit.
Firmen aus Russland und China setzen am häufigsten Schmiergelder bei Geschäften im Ausland ein. Das geht aus einer Studie der Antikorruptions-Organisation Transparency International (TI) hervor. In Deutschen Unternehmen ist Korruption im Ausland demnach eher weniger verbreitet. Die korrektesten Unternehmen allerdings kommen aus den Niederlanden und der Schweiz.
Bei der Vergabe von Aufträgen fließt oft auch Bestechungsgeld, ...   Bei der Vergabe von Aufträgen fließt oft auch Bestechungsgeld, zum Beispiel Rubel aus Russland
Der "Bribe Payers Index" vergleicht die 28 führenden Exportnationen miteinander, die zusammen fast 80 Prozent der weltweiten Ausfuhren leisten. Dafür wurden Interviews mit über 3000 Managern aus den verschiedenen Ländern geführt. Die am Dienstag veröffentlichte Erhebung gibt auch Aufschluss darüber, in welchen Branchen am meisten geschmiert wird. Die nichtstaatliche Organisation mit Sitz in Berlin hatte eine ähnliche Studie zuletzt 2008 veröffentlicht.
Über einen Fragenkatalog erstellt TI ein Punktesystem, mit dem die einzelnen Länder verglichen werden. 0 Punkte bedeuten eine sehr hohe Bereitschaft zu Schmiergeldzahlungen im Ausland, 10 eine völlige Ablehnung von Bestechung. Die besten Werte haben die Niederlande und die Schweiz mit 8,8 Punkten, danach kommt Belgien (8,7) vor Deutschland (8,6). Die deutschen Firmen machten damit sogar einen Platz gut im Vergleich zu der Umfrage vor drei Jahren. Den größten Fortschritt in bei der Korruptionsbekämpfung machte laut der Studie Indien.
Wie schon 2008 besteht in Russland die höchste Bereitschaft zur Bestechung. Mit 6,1 Punkten steht das Land noch hinter China (6,5) und Mexiko (7,0). Die Organisation vermutet einen engen Zusammenhang zwischen Bestechung im Ausland und der Verbreitung von Korruption im Inland. Die Studie stellt zudem heraus, dass in diesem Jahr vergleichbare Durchschnittswerte erzielt wurden wie bei der letzten Veröffentlichung, die Bereitschaft zu Schmiergeldzahlungen also nicht abgenommen habe.
TI-Chefin Huguette Labelle forderte die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) dazu auf, mehr gegen die Korruption zu unternehmen: "Bei ihrem Treffen in Cannes diese Woche müssen die Regierungen Maßnahmen gegen Bestechungsversuche im Ausland als vordringliche Aufgabe begreifen." Dadurch würde die Weltwirtschaft fairer. In der Studie verweist die Organisation zudem auf eine wachsende Bedeutung von China und Russland in der Weltwirtschaft.
Bei der Aufschlüsselung der Branchen zeigt sich, dass Schmiergeld im Ausland am wenigsten in der Landwirtschaft gezahlt wird (7,1 Punkte). Auch der Banken- und Finanzsektor schneidet mit 6,9 Zählern verhältnismäßig gut ab. Ein hohes Maß an Korruption herrscht dagegen bei der Vergabe von Öffentlichen Aufträgen - hier wurde mit 5,3 Punkten der schlechteste Wert der gesamten Umfrage erzielt.
  • FTD.de, 02.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote