Der Schraubenhändler Reinhold Würth hat einen hohen Strafbefehl wegen Steuerverkürzung akzeptiert und gilt damit als vorbestraft. Der Firmenpatriarch sagte dazu, er wolle Schaden von seinem Unternehmen abwenden.
Das Amtsgericht Heilbronn verhängte am Mittwoch gegen Reinhold Würth (73) und einen weiteren Manager des Unternehmens Geldstrafen von 700 Tagessätzen, sowie gegen einen dritten Manager von 600 Tagessätzen. Die Höhe der Tagessätze, die sich nach dem Einkommen richtet, wollte die Staatsanwaltschaft Stuttgart nicht nennen. Bei der Bemessung der Strafen sei die vollständige Wiedergutmachung des Schadens berücksichtigt worden. Zurzeit liegt die maximale Höhe eines Tagessatzes bei 5000 Euro.
Die Strafverfolger hatten nach mehreren Durchsuchungen des Firmensitzes im württembergischen Künzelsau vor zwei Jahren Anklage wegen mehrfacher Steuerverkürzung in den Jahren 1999 bis 2001 erhoben. Den Ermittlungen zufolge wurden Kosten nicht
sachgerecht verbucht und nur bei einer Tochtergesellschaft gewinnmindernd angesetzt.
Milliardär Reinhold Würth hatte in der Vergangenheit die aus seiner Sicht zu hohe Steuerlast in Deutschland kritisiert. Mit den Finanzbehörden sei nun Einigkeit über die steuerlichen
Sachverhalte der Jahre 1998 bis 2004 erzielt worden, teilte der 73-Jährige mit: "Ich habe mich nach sehr reiflicher Überlegung bereiterklärt, die Verantwortung für offensichtlich strittige
und komplexe Fragen der Besteuerung der Würth-Gruppe zu übernehmen." Mit den Geldstrafen blieben seinem Unternehmen langjährige Prozesse und Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit erspart.
Für Würth waren die Steuerverkürzungen nur Nachlässigkeiten
Die Verfahren gegen drei weitere Manager des Unternehmens seien gegen Zahlung von zusammen 1,5 Mio. Euro Geldauflagen an gemeinnützige Einrichtungen eingestellt worden, teilten die Ermittler mit. Die Betroffenen sind damit nicht vorbestraft.
Der Handelskonzern ist Weltmarktführer für Montagetechnik und vertreibt Schrauben, Nägel sowie Werkzeug. Im Geschäftsjahr 2007 machte er in Europa 8,49 Mrd. Euro Umsatz. Zur Würth-Gruppe gehören 400 Gesellschaften in 86 Ländern. Das Unternehmen beschäftigt 68.000 Mitarbeiter weltweit, davon 17.300 in Deutschland. Das Sortiment umfasst mehr als 100.000 Produkte.
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