FTD.de » Management + Karriere » Management » Zumwinkels letztes Heimspiel

Merken   Drucken   29.02.2008, 15:34 Schriftgröße: AAA

Zumwinkels letztes Heimspiel

Der mutmaßliche Steuersünder Klaus Zumwinkel ist noch einmal zur Post zurückgekehrt. In der Bonner Zentrale verabschiedete er sich von seinen ehemaligen Mitarbeitern. Die reagierten wie erhofft mit Applaus. Etwas Kritik gab es auch: hinter vorgehaltener Hand. von Patrick Hagen (Bonn)
Es ist sein wohl letzter Auftritt bei der Post  - und es ist immer noch ein Heimspiel. Gern wäre er Aufsichtsratsvorsitzender von Post und Postbank geworden, sagt Klaus Zumwinkel  den Mitarbeitern. Er verweist auf seine Erfolge und die Kontinuität seiner langen Amtszeit und betont mit dem spöttischen Hinweis auf das Unternehmen auf der anderen Straßenseite - da sitzt die Telekom - dass das nicht selbstverständlich sei.
Er sei stolz darauf, dass er den Umbau der Post ohne betriebsbedingte Kündigungen geschafft habe, sagt Zumwinkel. Und dass ihm seine persönliche Situation und der Tag, als er von den Staatsanwälten abgeholt wurde, immer noch wie ein Film vorkämen. Zu den Vorwürfen selbst könne er nichts sagen, bittet er um Verständnis.
Soll mit Hilfe einer Bank in Liechtenstein Steuern hinterzogen ...   Soll mit Hilfe einer Bank in Liechtenstein Steuern hinterzogen haben: Klaus Zumwinkel
Kein Geschenk, aber Beifall
Zumwinkel fühlt sich vorverurteilt. Auf einer Skala von eins bis zehn in Sachen Vorverurteilung sei er bei elf. Am Ende seiner Ansprache reißt er zum Abschied die Arme in die Höhe. Ein Geschenk bekommt er nicht. Aber minutenlangen Beifall.
Ein Post-Sprecher wird anschließend der Nachrichtenagentur AP sagen, es sei der sehr starke Wunsch der Mitarbeiter gewesen, "noch einmal ein Signal zu setzen" und Zumwinkel nach teils langjähriger Zusammenarbeit zu danken. "Alle hatten das Gefühl, nach dieser medialen Schlacht könne es das nicht gewesen sein."
Zutritt nur mit Mitarbeiterausweis
Die Veranstaltung selbst ist offiziell eine interne Betriebsversammlung - ohne Mikrofone und Kameras, anders als an dem Morgen als Zumwinkel von der Polizei mitgenommen wurde. Eigentlich hätten sich die Mitarbeiter am Tag zuvor im unternehmenseigenen Intranet anmelden müssen. Die Sicherheitsleute im Eingangsbereich kontrollieren zwar nicht, ob die hinein strömenden Beschäftigten das tatsächlich getan haben. Die Mitarbeiterausweise wollen sie aber sehen.
Der Andrang ist groß, der zweite Stock des Konferenzzentrums der Post in Bonn schnell überfüllt. Wer nicht mehr in den zweiten Stock vordringen kann, verfolgt auf Flachbildschirmen und Leinwänden im ersten Stock die Übertragung. "Das ist wie eine lange Beziehung, die zu Ende geht", sagt ein Mitarbeiter, der seit acht Jahren bei der Post ist. "Da sind Emotionen spürbar." Ein andere langjähriger Mitarbeiter, der inzwischen bei der Postbank arbeitet, meint: "Für die Post ist es schade, dass er weg ist. Aber solchen Leute muss man auch mal auf den Schlips treten."
18:18:45 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Deutsche Post 13,405 EUR   +1,28%  0.17
  • FTD.de, 29.02.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
enable2start+Gründerszene
  • Neue Software: Die Orderbird-Kasse schwärmt aus

    Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr

  14.05. Wissenstest Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?

Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?

Wissenstest: Kennen Sie Nordrhein-Westfalen?

Alle Tests

  24.05. Kopf des Tages Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister
Kopf des Tages: Sergio Marchionne - Der Puzzlemeister

Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu mehr

 



  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote