Muss DWS verlassen: Stephan Kunze
DWS wurde von dieser Entwicklung besonders getroffen. Das verwaltete Vermögen sank um rund 20 Prozent auf rund 120 Mrd. Euro - wobei 25 Mrd. Euro Vermögen auf
Deutsche-Bank -Produkte entfallen. Ohne die Anlageprodukte der Mutter ist DWS hinter dem Sparkassenfondsdienstleister Deka nur noch die Nummer zwei am heimischen Markt. Allein aus Geldmarktfonds zogen Anleger 2008 etwa 14 Mrd. Euro ab, aus Anleihefonds rund 8 Mrd. Euro. Grund für die Abflüsse aus den Anleihefonds war auch die enttäuschende Rendite. DWS hatte zu früh auf eine Markterholung gesetzt und voreilig wieder in riskante Wertpapiere investiert.
Bei der DWS-Konzernmutter steht Kevin Parker, Leiter der Vermögensverwaltung, mittlerweile unter Druck. Parker, Mitglied im Group Executive Committee, wird nach dem Managementumbau der Deutschen Bank auch nicht in den Vorstand um Bankchef Josef Ackermann aufrücken.
Insider berichten, dass es zwischen Parkers Managementriege und DWS-Managern, vor allem Kunze, zuletzt Meinungsverschiedenheiten über den weiteren Kurs der Fondsgesellschaft gab. Bisher agiert DWS innerhalb des Konzerns relativ unabhängig, was sich auch aus ihrer Historie erklärt. DWs war 1956 als Vermögensverwalter mehrerer deutscher Institute gegründet worden. Erst seit 2004 gehört sie komplett der Deutschen Bank.
Kunze, der erst 2005 zu DWS gekommen war, soll unter anderem die schwache Entwicklung der Zertifikateplattform DWS Go zum Verhängnis geworden sein. Er hatte das Geschäft mit Zertifikaten im Fondsmantel Ende 2006 ambitioniert gestartet, kam aber nur auf ein Produktvolumen von insgesamt gut 400 Mio. Euro.