Anne Weitzdörfer
Annes Antwort Klingt ein bisschen so, als hätten Sie das Kleingedruckte nicht gelesen und nur den Glamour gekauft, der diesen Job so sexy macht. Und jetzt ist es da, das böse Erwachen. Ich kenne einen Assistenten, der musste nachts mit seinem Vorstand joggen - da hatte der seine besten Ideen. Ein anderer musste mit in den Familienurlaub.
Arbeitet der Vorstand 14 Stunden am Tag, arbeiten Sie 16. Das ist der Deal. Aber hey - dafür dürfen Sie im Sandkasten der großen Jungs mitspielen! Sie sitzen im Zentrum der Macht und kennen nicht nur jede Vorlage, Sie schreiben sie selbst! Und da Sie sich nach drei Jahren den Karriereturbo versprechen, verkaufen Sie für die Assistentenzeit Ihre Seele. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Sagen Sie bitte nicht, Sie hätten das nicht gewusst!
Gut, was also tun? Zunächst einmal ist es wichtig zu akzeptieren, dass es in Ihrem Unternehmen ein gewachsenes und gelebtes Verständnis der Assistentenrolle gibt und eine damit verbundene Erwartungshaltung. Das ist der Rahmen, den Sie unausgesprochen akzeptiert haben. Das soll nicht heißen, dass Ihre Situation ausweglos ist. Sie sollen nur verstehen, dass Sie vermutlich Stirnrunzeln ernten, wenn Sie nach den ersten Nachtschichten schüchtern den Wunsch nach mehr Privatsphäre vortragen. Das wäre in etwa so, als wenn Sie James Bond mit der Rettung der Welt beauftragen, und plötzlich besteht der auf seinem Schönheitsschlaf und will freitags zur Massage!