Variante zwei wäre, das Gespräch mit Ihrem Chef zu suchen und konkret zu besprechen: Was erwartet er von Ihnen? Was erwarten Sie von ihm? Hier sollte deutlich zur Sprache kommen, dass Sie einen Anspruch an Ihren Job haben und nicht gewillt sind, diesen herunterzuschrauben - schließlich haben Sie nicht umsonst Ihr Handwerk gelernt. Außerdem arbeiten Sie mit Menschen - da sollte ein professioneller und sensibler Umgang selbstverständlich sein. Vielleicht haben Sie Glück, und Ihr Chef versteht, was Ihnen wichtig ist, und lässt Ihnen künftig freie Hand. Vielleicht erleben Sie aber auch eine klare, chefmäßige Ansage, die Sie deutlich in Ihre Schranken weist.
Im schlechtesten Fall verringert sich danach Ihr Spielraum deutlich.
Ich rate Ihnen, hier nicht mit der Brechstange zu operieren. Es ist doch schon einmal ein guter Anfang, dass sich das Unternehmen mithilfe Ihrer Erfahrung weiterentwickeln möchte. Wenn Sie jetzt aber zu schnell zu viel wollen, stoßen Sie auf Widerstand. Und Ihr Chef hat nicht mehr das Gefühl, er hätte die personifizierte Professionalität gekauft, sondern eine nörgelnde Pedantin. Die dazu noch versucht, ihm das Zepter aus der Hand zu nehmen.
Halten Sie entsprechend an Ihrer anspruchsvollen Haltung fest. Und verfolgen Sie gleichzeitig eine Politik der kleinen Schritte. Was Sie vor sich haben, ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf.