FTD.de » Management + Karriere » Recht + Steuern » Therapie mit Pritt-Stift
  FTD-Serie: Annes Antwort

Sie haben ein Problem im Job oder mit Kollegen? Anne Weitzdörfer arbeitet seit vielen Jahren als Beraterin und Coach. Jede Woche beantwortet sie in der FTD Ihre Fragen. Schreiben Sie an fraganne@guj.de. Alle Anfragen werden natürlich vertraulich behandelt.

Merken   Drucken   23.01.2012, 08:00 Schriftgröße: AAA

Annes Antwort: Therapie mit Pritt-Stift

Anne Weitzdörfer kennt sich als Beraterin und Coach mit Problemen im Büro aus. Diesmal widmet sie sich dem Thema: Sicheren Job behalten, oder etwas Neues wagen? von Anne Weitzdörfer
Das Problem Ich bin fast 40, habe einen interessanten und guten Job, der mir Spaß macht. Ich könnte noch 20 Jahre hier bleiben, gutes Geld verdienen und mein Leben genießen. Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es das doch noch nicht gewesen sein kann. Mein Problem: Ich kann das Problem nicht greifen und weiß entsprechend nicht, wie ich es angehen soll. Immer wenn ich nachdenke, schweife ich ab und komme nicht weiter. Haben Sie eine Idee?
Jakob, 39 J., Abteilungsleiter, Mittelstand
Anne Weitzdörfer   Anne Weitzdörfer
Annes Antwort Kennen Sie den Moment, wenn es neblig wird im Kopf? Voller Elan und Tatendrang fangen Sie an zu denken, und kaum haben Sie fünf Gedanken übereinandergeschichtet, wird es zu komplex - Sie schalten ab und hören genervt auf zu grübeln. Jeder neue Versuch führt zu noch mehr Frust. Irgendwann kriegen Sie schon die Krise, wenn nur mal jemand freundlich nachfragt, wie es denn so geht.
Ich habe einen Freund, der ist auch Ende 30 und seit 15 Jahren in einem internationalen Konzern. Er war fünf Jahre in Asien, vier in den USA, erklimmt mit stoischer Ruhe die Karriereleiter, und auch privat läuft alles prima. "Ja, genau!", sagen Sie jetzt, "so soll es sein." Und wissen Sie was? Wenn ich mit ihm telefoniere, dann höre ich fast die gleiche Geschichte - nur leicht abgewandelt: Ich wäre lieber in der Nähe meiner Freunde, hätte gerne deutsches Bier und weniger Hitze. Und wirklich glücklich bin ich auch nicht.
Soll das heißen, "irgendwas ist immer"? Nein, soll es nicht. Fraglich ist nur, ob man immer gleich das ganz große Rad drehen muss. Oder ob es nicht kleinere Veränderungen gibt, die zu einem zufriedenen Grundgefühl beitragen.
Ich habe da eine ganz einfache Idee für Sie, die Sie gemeinsam mit Ihrer Frau mal testen können: Jeder von Ihnen nimmt sich ein paar Illustrierte und klebt auf einen Pappkarton seine Wünsche für die nächsten drei Jahre - ausgeschnitten aus Bildern der Illustrierten. Ja, Sie haben recht, das klingt ein bisschen nach Supernanny. Aber da müssen Sie jetzt durch. Schließlich wollen Sie etwas ändern! Im Ergebnis kleben da dann vielleicht ein interessantes Reiseziel, ein alter Kindheitstraum oder ein Lebensgefühl, das in der Vergangenheit zu kurz gekommen ist.
Im Anschluss an dieses pappige Unterfangen machen Sie eine Flasche Rotwein auf und stellen sich Ihre Kollagen gegenseitig vor. Was verbirgt sich hinter den Bildern? Was wünschen Sie sich konkret? Was davon ist tatsächlich umsetzbar? Suchen Sie sich jeweils zwei Wünsche aus, die Sie umsetzen wollen und überlegen Sie, wie Sie das ganz konkret angehen. Und was Sie brauchen, damit Sie das Ziel tatsächlich erreichen. Mit Neugier, Pritt-Stift und vielleicht einem Kater raus aus dem Grau Ihres Alltags - kommen Sie, einen Versuch ist es wert!

Kontakt
Sie haben auch ein Problem im Job oder mit Kollegen? Schreiben Sie an fraganne@guj.de. Alle Einsendungen werden natürlich vertraulich behandelt.
  • FTD.de, 23.01.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  Karriereplanung Wären Sie ein guter Bewerber?

Der Arbeitsmarkt eröffnet derzeit Chancen auf einen Jobwechsel, Fachleute sind gefragt. Doch der Bewerbungsprozess birgt viele Fallen. Könnten Sie sie im Bedarfsfall umschiffen?

Sie schicken Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Anschreiben an einen Arbeitgeber. Wie viel Mogelei ist erlaubt?

Karriereplanung: Wären Sie ein guter Bewerber?

Alle Tests

  22.02. Kopf des Tages Thierry Peugeot - Der Unerschütterliche
Kopf des Tages: Thierry Peugeot - Der Unerschütterliche

Das Oberhaupt der ältesten Autodynastie Europas entscheidet über eine Allianz mit General Motors. Es geht um die Macht seiner Familie - oder die Zukunft des Unternehmens. mehr

  •  
  • blättern
MANAGEMENT

mehr Management

GRÜNDUNG

mehr Gründung

RECHT + STEUERN

mehr Recht + Steuern

KARRIERE

mehr Karriere

BUSINESS ENGLISH

mehr Business English

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote