Auch die Beratung selbst findet immer öfter online statt. Seiten wie Frag-einen-anwalt.de oder Justanswer.de locken mit schnellen Antworten auf rechtliche Fragen. "Seit wir 2004 mit Frag-einen-anwalt an den Start gegangen sind, wächst die Zahl der Nutzer jährlich um 20 Prozent", sagt Michael Friedmann, Geschäftsführer des Betreibers QNC. Inzwischen seien mehr als 800 Anwälte und rund 290.000 Nutzer registriert.
Ein vergleichbares Wachstum zeichnet sich auch für die US-Seite Shpoonkle ab. Schon in der ersten Woche haben sich laut Niznik 300 Anwälte angemeldet, um für Mandate wie "speeding ticket" oder "immigration problem" zu bieten. Der Start habe damit alle Erwartungen übertroffen, so Niznik. Natürlich habe es auch skeptische und bisweilen feindselige Kommentare etablierter Kanzleien gegeben. Doch "jede Innovation braucht Zeit, um sich durchzusetzen."
Frag-einen-anwalt.de ist hierzulande längst etabliert. Ähnlich wie bei Shpoonkle können Nutzer auf der Seite auch einen Anwalt mandatieren, statt nur Fragen zu stellen. Dazu müssen sie ihr Anliegen kurz darstellen, also beispielsweise schreiben, dass sie ihre AGB internationalisieren lassen wollen. Außerdem müssen sie angeben, welchen Preis zu zahlen sie bereit sind. Das Modell hat bislang allerdings nicht wie erhofft funktioniert, räumt Geschäftsführer Friedmann ein.
Viele Nutzer fänden es schwierig, den Leistungsumfang zu definieren. Deshalb hat QNC neuerdings einen Bereich freigeschaltet, in dem Anwälte Leistungen zu Pauschalpreisen anbieten können. Derzeit versprechen etwa 22 Kanzleien die billige "Prüfung der Renovierungspflicht für Mieter". Der Günstigste fordert 34 Euro. "Ich glaube, Anwälte werden in Zukunft verstärkt standardisierte Leistungspakete zu Festpreisen anbieten", sagt Friedmann. "Das Internet wird dabei eine zentrale Rolle spielen."