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Merken   Drucken   09.09.2008, 10:12 Schriftgröße: AAA

Recht + Steuern: Anwälte in der Krisenfalle

Die deutschen Advokaten trotzen wacker der Finanzkrise. In den US-Sozietäten werden dagegen massenhaft Anwälte entlassen. Es rächt sich jetzt, dass die US-Kanzleien in der Vergangenheit zu verschwenderisch waren. von Nicola De Paoli
Cadwalader, Wickersham & Taft - in der US-amerikanischen Kanzleilandschaft sind das klangvolle Namen. Als die Sozietät gegründet wurde, hatten die USA gerade erst 15 Bundesstaaten, in Frankreich wogte die Revolution. Man schrieb das Jahr 1792.
Doch mit der Tradition ist es so eine Sache: Es ist schön, sie zu haben, doch kaufen kann man sich von ihr nichts. Cadwalader, Wickersham & Taft müsse 96 Anwälte entlassen, hieß es im Juli in Medienberichten. Und das, nachdem vor sieben Monaten schon einmal 35 Anwälte gehen mussten.
Nicht nur in der Traditionskanzlei purzelten die Entlassungszahlen: Die Chicagoer Kollegen von Sonnenschein Nath & Rosenthal setzten gleich 124 Mitarbeiter vor die Tür - 37 Anwälte und 87 Büroangestellte. Der Grund für das Kanzleidarben: Die Kreditkrise setzt den US-Anwälten zu.
Es gibt auch noch krisensichere Banken: Wegen der Kreditkrise ...   Es gibt auch noch krisensichere Banken: Wegen der Kreditkrise werden viele US-Anwälte arbeitslos
Manch Kanzlei musste inzwischen Kredite aufnehmen, um die üppigen Garantiegehälter ihrer Partner noch bezahlen zu können; der Arbeitsmarkt an der Wall Street ist für Junganwälte wie leergefegt. "In der Vergangenheit gab es in der Branche immer das Vertrauen, dass die Gewinne schon kommen werden", sagt Andrew Johnman vom Bankhaus Barclays, das in den USA Kredite an Kanzleien und Partner vergibt. "So etwas wie jetzt hat es noch nie gegeben", meint Johnman. In Deutschland verfolgen vor allem die deutschen Ableger von US-Sozietäten die Lage jenseits des Atlantiks ganz genau. "Die Entwicklung in den USA ist auch im Portemonnaie der deutschen Anwälte zu spüren", sagt der Frankfurter Partner einer US-Kanzlei, der seinen Namen nicht nennen möchte. "Die Kanzleien sind bei Einstellungen generell vorsichtiger geworden", sagt Olaf-Hendrik Szangolies vom Personalberater Michael Page. "Und speziell die US-Kanzleien schauen noch einmal genauer hin, ob und wen sie etwa für ihre kapitalmarktrechtlichen Praxisgruppen einstellen."

Teil 2: Nicht nur das Geschäft mit Finanzprodukten ist eingebrochen

  • Aus der FTD vom 09.09.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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