In China geht das nicht so leicht, noch nicht. Zwar werden neue Gesetze in den staatlichen Gazetten veröffentlicht. Doch ein umfassendes Werk zum Zivilrecht fehlt noch. Momentan gibt es Einzelgesetze, die sich teils widersprechen und lokal unterschiedlich angewandt werden. Deswegen hat Chinas Gesetzgeber beschlossen, bis 2010 ein komplettes Zivilgesetz zu verabschieden.
Das ist auch ein Zeichen für einen Sinneswandel. "China macht Ernst", sagt Dan Harris von der Kanzlei Harris & Moure. Er berät Mittelständler in China und warnt: "Die Zeiten, in denen Unternehmen das Recht ignorieren konnten, sind vorüber." Das heutige China sei nicht mehr das von vor fünf Jahren. Bußgelder werden täglich gegen rechtsbrüchige Firmen verhängt - besonders gegen ausländische.
Knut Pißler vom Max-Planck-Institut in Hamburg beobachtet die Arbeit der chinesischen Reformer seit Jahren. "Durch rechtsvergleichende Arbeit erschaffen die Chinesen eine Art ,Best of‘ ausländischer Rechtsordnungen", erläutert der Jurist, "es wird ein sehr modernes Gesetz." Einiges wurde dabei beim BGB abgeschrieben - etwa die Regeln im Vertretungsrecht.