Mit der SPE können Firmen in der EU unter einheitlicher Flagge wirtschaften - wenn sich ihre Befürworter durchsetzen
Die EU-Kommission hat sie nun erhört. Nach langem Zögern hat die Brüsseler Behörde vergangene Woche eine europäische Verordnung vorgeschlagen, die eine Alternative zur deutschen GmbH oder der britischen Limited schafft - die Europäische Privatgesellschaft (Societas Privata Europaea, SPE). Erstmals könnten die Firmen damit ihre Tochtergesellschaften in der EU nach einheitlichem Muster gestalten, nach einheitlichen Grundsätzen führen. Stimmen die Regierungen der 27 Mitgliedsstaaten und das Europaparlament zu, könnte es ab Juli 2010 mit der SPE losgehen.
Der im Beispiel genannte Maschinenbauer könnte im Optimalfall vier Fünftel der Gründungskosten sparen. Für die laufende Beratung müsste er statt 16.500 Euro nur noch 3300 Euro pro Jahr aufbringen, ebenfalls vier Fünftel weniger.
Markt nimmt die SE nur zögerlich an
"Ich bin froh, dass die Kommission jetzt endlich selbst überzeugt ist, mit der Societas Privata Europaea etwas für den Binnenmarkt Sinnvolles vorzuschlagen", sagt der CDU-Europaabgeordnete Klaus-Heiner Lehne. Der Düsseldorfer Rechtspolitiker hatte 2007 Druck auf die Kommission gemacht. In einer von Lehne initiierten Entschließung des EU-Parlaments gaben die Abgeordneten der Kommission auf, sie möge sich in Sachen SPE doch endlich bewegen.