Mehr als nur ein Hobby: Oldtimer-Anwalt Michael Eckert mit seinem Ponton-Mercedes
Wie Eckert suchen sich heutzutage viele Juristen ihre Nische, um sich gegenüber der Konkurrenz zu profilieren. So gibt es etwa Spezialisten für Weinrecht, für Hunderecht und für juristische Fragen rund um Lastwagen.
Grundsätzlich darf sich ein Rechtsanwalt nennen, wie er will. Geschützt ist nur der Fachanwaltstitel, den verleihen die Rechtsanwaltskammern. Die Gerichte streiten jedoch seit Jahren darüber, wo die Grenze zwischen Fachanwalt und Spezialist zu ziehen ist. Beide müssen theoretische Kenntnisse sowie praktische Erfahrung auf dem Gebiet nachweisen. Das Landgericht München aber urteilte, dass es ein Wettbewerbsverstoß sei, wenn sich jemand als "Spezialist für ..." auf einem Rechtsgebiet bezeichnet, für das es einen Fachanwaltstitel gibt. (Az.: 33 O 427/09).
Peter Möller hat sein Büro wegen seiner Spezialisierung an einen für Anwälte eher unüblichen Ort gelegt: Die Kanzlei liegt direkt an der Autobahn. Möller kümmert sich seit 2003 um Straßenverkehrsstrafsachen. Er verteidigt ausschließlich Mandanten, die im Verkehr gesündigt haben sollen. Raser. Falschparker. Drängler.
Auf das Thema ist er durch eigene Erfahrungen gekommen. Möller war selbst mal Temposünder. Nachdem er mehrfach geblitzt worden war, verlor er seinen Führerschein für vier Monate. Einen der Fälle hatte Möller vor Gericht angefochten und sich selbst verteidigt. Dabei fiel ihm auf, dass Straßenverkehrsdelikte vor Gericht stiefmütterlich behandelt werden. "Viele Details werden nicht berücksichtigt - als Spezialist können Sie diese Lücken nutzen", sagt er. So schaut sich der Rechtsanwalt die Tatorte oft selbst an. Stimmt der Abstand der Verkehrsschilder? Funktioniert das Blitzgerät einwandfrei? "Vor Gericht sind die dann häufig erstaunt über unsere Beweise und stellen die Verfahren ein", sagt Möller.