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26.08.2008, 11:57
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Recht + Steuern:
Leicas verhinderter Börsenrückzug
Der Kamerahersteller Leica kann nicht von der Börse genommen werden - widerborstige Aktionäre haben es verhindert. Die Experten grübeln derweil, wie sich die Macht der Kleinaktionäre eindammen lässt.
von Anke Stachow
Oskar Barnack gelang eine kleine Revolution. Als Entwicklungschef der Firma Leitz in Wetzlar suchte er neue Wege in der Fotografie - abseits von den herkömmlichen, schweren Plattenkameras der damaligen Zeit. Er wurde fündig: 1925 brachte er die erste Kleinbildkamera der Welt auf den Markt. Der Mythos Leica war geboren.
Davon kann das Unternehmen heute nicht mehr groß zehren. Weil es den rechtzeitigen Einstieg in die Digitalfotografie verpasste, rennt es im 21. Jahrhundert den Revolutionen in der Kamerabranche allenfalls noch hinterher.
Bulle und Bär sagen doch nicht Servus: Anteilseigner haben vor Gericht einen Börsenrückzug von Leica verhindert
Seit Jahren kämpft Leica mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Aus diesem Grund wollte sich das Unternehmen, das inzwischen zu 96,5 Prozent der österreichischen Beteiligungsfirma ACM gehört, auch von der Börse zurückziehen - eine reine Kosten-Nutzen-Abwägung.
Daraus wird wohl nichts werden: Auf der turbulenten Hauptversammlung im November wurde zwar der Zwangsausschluss der Minderheitsaktionäre beschlossen. Seitdem tobt der Streit aber nicht mehr auf Aktionärstreffen, sondern vor Gerichten. 15 Aktionäre hatten den Hauptversammlungsbeschluss wegen formaler Fehler angefochten. Am vergangenen Freitag kam das Unternehmen einer Entscheidung des Landgerichts Frankfurt zuvor. Es brach die Vergleichsverhandlungen mit den Aktionären ab. Jetzt wird der Kamerahersteller lieber die aufwendige Börsennotierung weiter in Kauf nehmen als die unkalkulierbaren Risiken eines solchen Rechtsstreits.
Teil 2: Klagen mittlerweile Teil der Aktienkultur
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Aus der FTD vom 26.08.2008
© 2008 Financial Times Deutschland,
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