Der hält sich im Gestus an den früheren Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen: "Wir müssen das, was wir denken, auch sagen. Wir müssen das, was wir sagen, auch tun. Und wir müssen das, was wir tun, dann auch sein." Genau. Auch Reimar Unterlöhner will das, was er denkt, auch sagen. Und das, was er sagt, auch aufschreiben. Und das, was er aufschreibt, auch auf den Markt werfen.
Schöne Sottisen liest man bei Unterlöhner: "Agenda Zwanzig-Zehn - das klingt wie eine mutige Verwaltungsreform zur Halbierung der Betriebsordnungsvorschriften für den Gebrauch deutscher Binnenschifffahrtsgeräte." Ansonsten hat der studierte Historiker gut Abgehangenes im Angebot: mehr Freiheit, mehr Eigenverantwortung und weniger Krämer-Ethik. Psychologische Handbremsen lösen und optimistisch sein! Denn Deutschland als Wirtschaftsstandort sei weit besser als sein Ruf.
Und weil "Macht und Eigentum verpflichten", könnte Unterlöhner fast als Ghostwriter von Franz Müntefering durchgehen. Sozusagen das Buch zum Diskurs.
Solange deutsche Buchverleger mutig Investitionen stemmen und Arbeitsplätze in der Papier- und Druckindustrie sichern, damit Bücher wie dieses erscheinen, so lange muss niemandem bange sein um dieses Land.
Fair zur Gesellschaft Reimar Unterlöhner Murmann 2005, 224 S., 24,90 Euro, ISBN 393801718X.