Der König von Bietigheim: Porssche-Chef Wendelin Wiedeking
Wie es sich niemand hätte träumen lassen, ist der König in eine verflixte Sache hineingeraten. Ganz keck wollte er mit seiner kleinen Firma
Porsche den
Volkswagen -Konzern übernehmen, was derart schiefging, dass Porsche nun sogar den Staat um Stütze bitten muss. So ist Bietigheims König zu Deutschlands Buhmann geworden, zum Sinnbild des zockenden Managers. Und das tut ihm so weh, dass er kaum mehr einen an sich ranlässt, nur mehr einige Vertraute bei Porsche. Und seine Bietigheimer Freunde. Denn die zittern mit ihrem König.
Wendelin ist alles für diese Stadt. "Er ist unser Patriarch", sagt Bürgermeister Jürgen Kessing. "Er ist ein Mann wie Röchling oder Grundig." Seit zwei Jahrzehnten verteilt Wendelin Gunst und Geld, allein seine Einkommensteuer macht den Kämmerer glücklich.
Dazu kommen die Gelder der Porsche-Töchter, die hergesiedelt sind: Design, Vertrieb, Lizenzgeschäft, Beratung, Finanzierung, sie sitzen in einem Glasturm vor der Stadt, "unserem Flaggschiff", wie der Bürgermeister sagt.
Und Wendelin und Porsche sind nicht nur die größten Steuerzahler der Stadt, sie sind auch ihre größten Mäzene. Sie fördern die Musikschule. Und die Steelers, Meister der 2. Eishockeyliga. Und das Reitturnier. Und Kinder, die sich keinen Mittagstisch leisten können. Und das Hospiz. Und das Musikfestival "Wunderland", zu dem Künstler anreisen, die sich selten in die Provinz verirren.