Norbert Hansen
"Hansen ist in der Zwickmühle", sagt Kirchner. Konzernchef
Hartmut Mehdorn wolle seinen Ex-Chef offenbar benutzen, um einen günstigen Tarifvertrag auszuhandeln. "Da hat er ein Problem - wir können keine Rücksicht auf die Person Hansen nehmen", sagt Kirchner.
Nichts deutet daher auf ein schnelles Ende des Konflikts hin. "Von Verhandlungsfortschritten kann keine Rede sein", entgegnet Kirchner auf Hansens Brief. Die Bahn wolle auf die Kernforderungen nach mehr freien Wochenenden und weniger Nachtarbeit nur eingehen, wenn andere Mitarbeiter Verschlechterungen akzeptierten. "Das geht unmöglich." Und über die Lohnforderung, der ein Angebot von zwei Prozent plus Einmalzahlungen gegenübersteht, ist noch gar nicht verhandelt worden.
Bei der Bahn hofft man, dass die derzeit schlechte Geschäftsentwicklung die Gewerkschaften diszipliniert. Zudem dürfte es in der Rezession für hohe Tarifforderungen kaum Rückhalt in der Bevölkerung geben. Dennoch droht Kirchner: "Der Vorstand täuscht sich, wenn er meint, wir machen nur einen kleinen Warnstreik und suchen dann auf unsere Kosten einen schnellen Kompromiss." Bei den Mitarbeitern herrsche eine hohe Bereitschaft zum Arbeitskampf, "auch zu einem längeren".