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19.05.2009, 08:44
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Führungskrise bei der WestLB:
Wie Hilgert die Bombe platzen ließ
Nach fünf Chefwechseln in acht Jahren verliert die WestLB einmal mehr ihren Vorstandsvorsitzenden. Heinz Hilgert ist jedoch der erste, der sein Amt hinwirft. Sein Abgang hätte spektakulärer kaum sein können.
von Meike Schreiber
Am Montag im Konferenzraum fünf, Erdgeschoss der WestLB-Zentrale in Düsseldorf, kurz nach halb drei am Nachmittag. Es gibt Erdbeerkuchen, Kaffee. Auf dem Tisch liegt eine Präsentation. "Pressegespräch zum ersten Quartal. Vorstandsvorsitzender Heinz Hilgert", steht auf der Mappe. Ein Termin wie viele andere, so scheint es zunächst. Ein paar Zahlen, ein paar politische Spitzen in Richtung der Eigentümer. Das normale Programm.
Auftritt Hilgert. "Grüß Gott", sagt er und spielt überrascht: "Oh, große Runde". Er lächelt kaum - wie immer - und begrüßt dann jeden Journalisten einzeln mit Handschlag.
Hilgert ist ein trockener Typ, der kaum Gefühle zeigt. Auch jetzt muss man zwischen den Zeilen nach Emotionen suchen.
Geht im Zorn: Heinz Hilgert war erst seit Mai vergangenen Jahres Chef der WestLB
Und das, obwohl der Anlass emotionalen Sprengstoff birgt. Denn zwanzig Minuten später platzt die Bombe: Die WestLB steht mitten in der Krise erneut ohne Führung da.
Erst 13 Monate ist es her, dass die Sparkassen und das Land Nordrhein-Westfalen in dem Genossenschaftsbanker Hilgert nach langer Suche einen neuen Chef für ihre Bank gefunden hatten. Zuvor hatte Alexander Stuhlmann für einige Monate die Geschäfte geführt, von Anfang an jedoch nur als Übergangschef, nachdem Thomas Fischer wegen eines Skandals im Eigenhandel seinen Posten hatte abgeben müssen. Über Jahre ist die WestLB die Skandalbank Nummer eins in der Landesbankenfamilie, hängt am Tropf der Eigentümer.
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Bilderserie: Wir scheiterten bei der WestLB
"Sie ist süchtig nach Staatshilfe", wie EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erst vorvergangene Woche sagt, als sie die jüngste Rettungsbeihilfe genehmigt, der Bank dabei jedoch harte Auflagen macht. 2008 hatten die Eigentümer der Bank 23 Mrd. Euro an toxischen Papieren abgenommen. Bis 2011 muss das Institut nun die Bilanz halbieren und sich dann selbst verkaufen.
Vor allem mithilfe von Omega - einer Abbaubank, benannt nach dem letzten Buchstaben im griechischen Alphabet - wollte Hilgert diese Halbierung erreichen. Sparkassen und Land sollten für Papiere im Volumen von 87 Mrd. Euro weitere Garantien in Höhe von 5 Mrd. Euro lockermachen. Die Papiere wären dann raus aus der Bilanz; angeblich ohne großes Risiko, denn in Omega befinden sich Staatsanleihen und Kundenkredite. Doch landauf, landab hatten sich die Sparkassen in den vergangenen Wochen geweigert, noch einmal einen Cent für die Bank lockerzumachen. Hatten gehofft, dass das Land einspringt oder der Bund, über eine Bad Bank.
Teil 2: Nun ist Schluss mit Hoffen
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Aus der FTD vom 19.05.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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