Heino muss wegen einer ausgefallenen Tournee vor Gericht aussagen
Im September 2007 dann der Schock. Heino erleidet einen Schwächeanfall und sagt die Tournee mit 40 Auftritten wegen Herzproblemen ab. Kult Musik verlangt die vereinbarten 3,2 Mio. Euro von der Gothaer.
Doch der Kölner Versicherer denkt nicht daran, einfach so zu zahlen. Er lässt sich von Heinos Ärzten die Krankenakten vorlegen - und entdeckt, dass der Musiker in zwei Jahren 120-mal beim Arzt war, immerhin mehr als einmal pro Woche. Ohrenrauschen, Rückenschmerzen, Bluthochdruck. In dieser Zeit wurden ihm 600 Schlaftabletten verschrieben.
Heino war also nicht so gesund wie angegeben, folgert die Gothaer. Sie verweigert die Zahlung, wegen falscher Angaben des Sängers bei Vertragsabschluss.
Am Mittwoch musste der 70-Jährige in Raum 230 des Kölner Landgerichts als Zeuge im Zivilverfahren Kult Musik gegen Gothaer aussagen. "Ich war nie im Leben krank", beteuert er, nervös auf den Nägeln kauend. "Und was war mit den 600 Tabletten?", fragt die Vorsitzende Richterin. Die habe er an seine Frau oder an Bandmitglieder weitergegeben. Die Richterin reagiert ungläubig, schließlich könnten Schlaftabletten abhängig machen. "Hannelore ist nicht so einfach", antwortet Heino.