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13.07.2009, 09:56
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Konzernveteran Lutz:
GM-Neustart mit dem Mann von gestern
Ausgerechnet Bob Lutz wird neuer Marketingchef von General Motors. Der 77-Jährige soll dem zurechtgestutzten Autohersteller nach überstandener Insolvenz ein frisches Image verpassen - etwa bei David Letterman.
von Matthias Ruch
Kann ich den allerersten Chevy Volt haben, wenn er 2010 auf den Markt kommt?", fragt David Letterman frech. "Den haben wir bereits sieben oder acht anderen Leuten versprochen", kontert Bob Lutz trocken. "Aber ich setze dich mal auf die Liste." Dann lachen die beiden Männer laut heraus, das Publikum jubelt - und wenig später rollt ein nagelneuer Volt ins Studio.
Fast vier Millionen Zuschauer verfolgen die berühmte Late-Night-Show von Letterman im US-Fernsehen. Eine bessere Werbung für sich und sein neues Elektroauto könnte sich Lutz kaum wünschen.
Auftritte dieser Art sind ganz nach seinem Geschmack. Wenn es darum geht, die Großartigkeit seiner Produkte zu diskutieren, ist das "Urgestein von General Motors" voll in seinem Element. Fachlich ist seine Expertise unbestritten, und rhetorisch ist ihm selbst ein Letterman kaum gewachsen.
Martialischer Auftritt: Bob Lutz 2006 in einem gepanzerten Amphibienfahrzeug der US-Marine
Lutz will einfach nicht aufhören. Unermüdlich schiebt der 77-Jährige seinen Ruhestand vor sich her. Vor vier Monaten teilte er schließlich mit, sich Ende des Jahres endgültig zu verabschieden. Doch seit Freitag ist diese Ankündigung wieder passé: Lutz kann nicht ohne
GM - und GM auch nicht ohne Lutz.
"Bob hat seine Pläne geändert, und wir sind sehr dankbar dafür", verkündet Vorstandschef Fritz Henderson, der selbst seit 25 Jahren bei GM ist. "Bob wird die Verantwortung für das Marketing übernehmen. Das ist für uns auch der beste Weg, ihn davon abzuhalten, bei der Konkurrenz anzuheuern."
Dass ausgerechnet altgediente Manager wie Lutz und Henderson den runderneuerten GM-Konzern jetzt in eine bessere Zukunft führen sollen, weckt Zweifel an dem propagierten Neuanfang des Autobauers. Fast ironisch wirken die großen Worte, mit denen Henderson nun den Aufbruch in eine neue Ära ausruft: "Wir brauchen eine neue Kultur bei GM", fordert der Vorstandschef vor laufenden Kameras. "Und dieser Wandel beginnt ganz oben, an der Spitze."
Teil 2: Der frühere Kampfpilot versteht sein Geschäft
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Aus der FTD vom 13.07.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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