Nur wegen der Jobs engagiert sich Huber allerdings nicht. Die Krise gefährdet vielmehr das Erfolgsprojekt des gelernten Werkzeugmachers und studierten Philosophen: die Mitgliederzahl der IG Metall zu halten. Üblicherweise sinkt sie, wenn es den Betrieben schlecht geht. Aber nur wenn die Jobs erhalten bleiben, hat die Gewerkschaft die Chance, ihren Dickschiff-Status zu bewahren.
Statt Proteste auf der Straße organisierte Huber schon immer lieber die Metaller im Betrieb - und handelte sich den Ruf als Reformer ein, der zu viele Zugeständnisse macht. 2003 agierte er zunächst an zweiter Stelle in der Spitze der IG Metall. Seit 2007 lenkt der Sozialdemokrat Huber die Gewerkschaft als erster Vorsitzender. Und seine kompromissreiche Strategie geht auf: Die Mitgliederzahl steigt, die Metaller strotzen nur so vor Selbstbewusstsein.
Die richtige Bewährungsprobe aber kommt erst noch für Huber: In der Autobranche gebe es weltweit Überkapazitäten, warnte er unlängst deutlich. Dem damit drohenden Jobabbau will er nicht tatenlos zusehen. Es müssten "industriepolitische Entscheidungen" fallen. Auch das dürfte in Berlin nicht überhört worden sein.