Da ist es nur konsequent, dass er immer wieder eine härtere Gangart bei Ermittlungen, etwa durch eine "handhabbare und schlagkräftige Wohnraumüberwachung", fordert. Breidling hat einige Jahre im Bundesjustizministerium gearbeitet und weiß sich mit markigen Formulierungen politisches Gehör zu verschaffen. So, wenn er den Behörden vorwirft, im Umgang mit Islamisten "lasch und überängstlich" zu agieren, oder die "unglaublichen Missstände" bei der Anwendung des Ausländerrechts geißelt.
Dass die erdrückendsten Beweise für die Terrorpläne der Sauerland-Gruppe aus abgehörten Gesprächen stammen, könnte ihn in seiner Haltung bestätigen. Ein schnelles Urteil ist dennoch nicht zu erwarten. Er wird Zeugen befragen müssen, um den Hintergrund der Islamischen Dschihad-Union auszuleuchten, der die Angeklagten angehört haben sollen. Und das kann in von Breidling geleiteten Verfahren bei einzelnen Befragten Tage oder gar Wochen dauern. Wenn er dann entschieden hat, gibt es daran aber nichts mehr zu rütteln: Bislang hat das höchste deutsche Strafgericht, der Bundesgerichtshof, kein einziges seiner Urteile gekippt.