Dieter Scheiff, Chef des Zeitarbeitsunternehmens Adecco
Zu Adecco kam Scheiff über Umwege. In den ersten knapp zwei Jahrzehnten nach dem Studienabschluss arbeitete er beim US-Mischkonzern
3M im Außendienst. Nach Vertriebs- und Marketingpositionen schaffte er es ins mittlere Management für Medizinprodukte des Konzerns. Ende der 90er-Jahre zog es ihn zum US-Konsumgüter- und Pharmakonzern
Johnson & Johnson . Dort brachte er es bis zum Vizechef in Europa.
Vor sieben Jahren dann wechselte er in die Zeitarbeitsbranche. Der Gründer des deutschen Vermittlers DIS, Dieter Paulmann, war auf ihn aufmerksam geworden und warb ihn ab. Ein Jahr später wird er Geschäftsführer. Für Scheiff eigentlich ein ungewöhnlicher Arbeitgeber, schließlich ist die Zeitarbeit nicht gerade der beste Freund der Linken, und Scheiff interessierte sich als Jugendlicher stark für den Kommunismus, abonnierte sogar die "Pekinger Volkszeitung". "Offensichtlich habe ich mich in den letzten 40 Jahren ganz schön verändert", hat er einmal gesagt.
Sein Wechsel von der ungleich kleineren DIS in die Schweiz geriet etwas holprig. Adecco hatte DIS 2006 übernommen, DIS-Minderheitsaktionäre wehrten sich jedoch gegen Scheiffs Wechsel in den Adecco-Vorstand. Sie warfen ihm Befangenheit bei der Prüfung der Offerte vor, blitzten aber vor Gericht ab. Scheiff durfte umziehen.
Keine Frage, in der Schweiz fühlt sich Scheiff wohl. Ein Pluspunkt der Region Zürich: Dort kann der Motorradfahrer seine Ducati mit einem 900er-Zweizylindermotor so richtig ausfahren.