ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz
Dabei hätte sich "Ekki", wie ihn Freunde nennen, auf dem Höhepunkt des Stahlbooms mit exzellenten Ergebnissen verabschieden können. Ende Januar 2009 wäre sein Vertrag ausgelaufen, wenn der Aufsichtsrat ihn nicht vorzeitig um zwei Jahre verlängert hätte. Vor allem Berthold Beitz, Ehrenaufsichtsrat und mächtigster Mann im Konzern, hatte sich dafür ausgesprochen.
Ein glanzvoller Abgang aus persönlicher Eitelkeit - so etwas liegt Schulz fern. Seit der gebürtige Westpreuße an der Spitze von ThyssenKrupp steht - und das sind mittlerweile neun Jahre - stellt er stets die Sache in den Mittelpunkt. Wenn es um ihn persönlich geht, wird Schulz hingegen zurückhaltend. Nur so viel ist bekannt: Nach der Flucht aus Westpreußen wächst er als Halbwaise mit seiner Mutter im Pfälzer Wald auf. Aus seiner Kindheit im Försterhaus ist ihm die Leidenschaft für die Jagd geblieben - die er mit Beitz und anderen ThyssenKrupp-Managern teilt. Ein Praktikum beim Stahlkonzern Röchling bringt Schulz zur Eisenhüttenkunde. Es folgt ein geradliniger Aufstieg bei Thyssen. Nach dem Zusammenschluss mit Krupp rückt er an die Spitze des fusionierten Konzerns.
Diese Geradlinigkeit und seine Bescheidenheit rechnen die Belegschaft ihrem Konzernchef hoch an. Sympathien, die Schulz in den nächsten Wochen gut gebrauchen kann.