Ein letztes Mal hat William Henry Gates III den Auguren des Hightech-Zeitalters gegeben. Ein letztes Mal hat der Alte den Jungen (oder soll man sagen: Jüngern?) prophezeit, welche Microsoft-Neuheiten die Welt diesmal aus den Angeln heben - ein bisschen jedenfalls. von Michael Gassmann
Es war das zehnte Mal, dass Gates am Sonntag die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas eröffnen durfte, die größte Messe ihrer Art weltweit. Die Rede war zugleich der letzte große Auftritt der 52-Jährigen als Repräsentant von Microsoft, im Sommer verlässt Bill Gates den Konzern, den er 1975 gemeinsam mit Paul Allen gegründet hatte. Wenn man den Begriff des Elder Statesman von der Politik auf die Wirtschaft übertragen kann, dann ist Gates demnächst genau das.
Gut möglich freilich, dass Gates als Orakel wieder mal versagt. Wie 2002, als er die Betriebssoftware Mira als Revolution anpries. Oder wie 2004, als er großmundig versprach, das Spamproblem werde binnen zwei Jahren gelöst sein. Bisweilen allerdings hatte Gates auf der Consumer Electronics tatsächlich etwas mitzuteilen. Die Spielkonsole Xbox stellte er in Las Vegas ebenso vor wie das E-Book, Microsoft TV und Windows Vista.
Gates hat die Bühne CES stets auch zur Selbstdarstellung genutzt. Zugleich spiegelten seine Auftritte die Höhen und Tiefen des Microsofts-Konzerns. 312 Mrd. $ bringt das Unternehmen mittlerweile auf die Börsenwaage, in den USA sind nur General Electric und Exxon Mobil größer. 2007 verdiente Microsoft 14,1 Mrd. $, elf Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Die Dominanz bei Betriebssystemen brachte das Softwarehaus immer wieder in den Ruch, Marktmacht zu missbrauchen. Microsoft vor Gericht - das ist längst eine Geschichte für sich. 1998 musste Gates höchstselbst in den Zeugenstand, als das US-Justizministerium den Konzern zur Öffnung seiner Internetsoftware zwingen wollte. In Europa beugte sich Microsoft erst im vorigen Herbst einer Kartellstrafe von fast 500 Mio. Euro.
Mit seiner Abschiedsvorstellung in Las Vegas vollzieht Gates nun endgültig den Wandel vom Bösewicht zum Gutmenschen. Abgesehen von der Familie - Gates und Ehefrau Melinda haben drei Kinder - will sich Gates komplett auf seinen Job als Wohltäter konzentrieren: Mit rund 30 Mrd. $ ist die Bill and Melinda Gates Foundation mittlerweile ausgestattet.
Im Kampf gegen die Armut und andere Missstände scheut Gates auch nicht vor ungewöhnlichen Schritten zurück. Mit einer 30-Mio.-$-Spende griff die Stiftung vorige Woche in den US-Wahlkampf ein - nicht zugunsten eines Kandidaten allerdings, sondern zugunsten eines Themas. Das Geld soll helfen, die Bildungsfrage auf die von Irakkrieg und Rezessionsfurcht dominierte Wahlkampf-Agenda zu bringen.
Trotz eines deutlichen Anstiegs der Umsätze sowie einer drastischen Reduzierung der Kosten ist das Startup noch lange entfernt von der Profitabilität. Das war geplant. Geplant waren allerdings auch 25 Bestellungen in 2011. mehr
Die Ausgaben sind wie im dritten Quartal, Einnahmen gibt es keine - auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte sich bei Teamsunited auf geschäftlicher Ebene nichts verändert. Tatsächlich gab es jedoch eine Reihe struktureller Veränderungen, die sich auch in den Details der Zahlen widerspiegeln. mehr
Im vergangenen Quartal konnte Affiliprint seine Umsätze um über 100.000 Euro steigern. Da die Ausgaben nur um rund 40.000 Euro stiegen, ist die Schere zwischen Ein- und Ausgaben deutlich kleiner geworden. Trotzdem blieb unterm Strich ein Quartalsverlust von 157.435 Euro. mehr
Auch im vierten Quartal war das Startup vor allem mit der Produktentwicklung beschäftigt. Entsprechend mau sieht es auf der Erlösseite aus. Doch obwohl das Team im Vertrieb kaum aktiv war, stieg die Kundenzahl - wenn auch nur ein bisschen. mehr
Die Einnahmen haben sich verdoppelt, die Ausgaben sind lediglich um 60 Prozent gestiegen. Trotzdem sind Jochen Seeghitz und sein Mitgründer Kai Böhner noch lange davon entfernt, schwarze Zahlen zu schreiben. Die sind erst für Ende 2012 geplant. mehr
Welche Ratingagentur entzog den USA das "AAA"? Wie lautet die autorisierte Biografie von Steve Jobs? Haben Sie das Weltgeschehen in diesem Jahr nur sporadisch verfolgt oder sind Sie ein News-Junkie? Testen Sie Ihr Wissen im FTD-Quiz!
Mit Steve Jobs verstarb 2011 ein als Genie gefeierter Unternehmer. Wie lautet der Titel der von Walter Isaacson verfassten, autorisierten Biografie des Apple-Gründers?
Er hat mehr Fans als Brad Pitt und Johnny Depp zusammen. Doch wenn Indiens Star zur Berlinale kommt, geht es um Geschäft statt Glanz: Bollywood will die Welt erobern.
mehr
Ob beim Meeting im Büro oder beim Chillen nach Feierabend: Im Geschäftsleben gibt es viele Begriffe, die ein angehender CEO kennen sollte. Das FTD-Businesstalk-Lexikon stellt diese Wörter vor. Diesmal: "Kernkompetenz" und "entschlossen". mehr
Jahrelang kämpfte der Fotopionier Leica mit der Pleite - und den eigenen Versäumnissen. Nun ist die Legende wieder da. Was dafür nötig war? Viel Geld und viel Mut. mehr
Thorsten Strauß blieb nicht lange ohne Job. Nur wenige Wochen nach seinem Ausscheiden als oberster Kommunikator bei Bertelsmann heuert er bei Deutschlands größtem Geldhaus an. mehr
Mit einer großen Feier ist die Gründerinitiative enable2start in die fünfte Runde gestartet: Eine hochkarätige Jury vergab jeweils 50.000 Euro an die fünf Sieger. Jetzt müssen die Gewinner zeigen, dass ihre Geschäftsideen tatsächlich funktionieren. FTD.de wird sie dabei ein Jahr lang begleiten. mehr
In den Niederlanden duzen sich alle, in den englischsprachigen Ländern gibt es nur "you". Und in Deutschland? Bisher überwiegt im Berufsalltag die Anrede mit Sie, aber viele finden das doof und hätten es gern weniger steif. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!