Eric H. Holder wird Justizminister im Kabinett-Obama
Unter Präsident Ronald Reagan wird Holder 1988 Bundesrichter. 1993 macht Präsident
Bill Clinton ihn zum höchsten Staatsanwalt für den District of Columbia, wo er zahlreiche Korruptionsfälle verfolgt. 1997 befördert Clinton ihn zum stellvertretenden Justizminister. Ein Novum in den USA: So weit wie Holder war zuvor noch kein Afroamerikaner dort die Karriereleiter hochgeklettert.
Als Vize-Justizminister gibt er 1999 neue Richtlinien zur Behandlung von Unternehmen heraus, die gegen das Gesetz verstoßen haben. Sie sollten nicht besser und nicht schlechter als andere mutmaßliche Straftäter behandelt werden, heißt es in dem "Holder Memorandum". Firmen zur Rechenschaft zu ziehen ermögliche der Regierung, die Unternehmenskultur zum Positiven zu wandeln und gegen Wirtschaftskriminalität vorzugehen, schreibt Holder damals.
Anfang 2001, mit der Machtübernahme von George W. Bush, wechselt Holder in die renommierte Anwaltskanzlei Covington & Burling, die vier Blocks vom Weißen Haus und nur zwei Ecken vom gewaltigen Bau des Justizministeriums entfernt residiert.
Dort wartet nun auf Holder eine undankbare Aufgabe: Er muss ein Ministerium mit mehr als 100.000 Mitarbeitern motivieren, das wie kaum ein anderes in der Ära von George W. Bush von Skandalen und Missmanagement gebeutelt wurde. Holder hat scharfe Kritik an der Geheimniskrämerei und der Machtkonzentration zuzeiten Bushs geübt, der viele Zuständigkeiten des Ministeriums an sich gerissen hatte.
Holder machte auch keinen Hehl aus seinen Sympathien für Barack Obama und führte seit Monaten Wahlkampf für ihn. Die beiden freundeten sich so weit an, dass Holder zusammen mit Caroline Kennedy das Team führte, das potenzielle Vizepräsidenten auf ihre Tauglichkeit hin prüfte. Die Mühe hat sich für ihn gelohnt.