Christopher Flowers
In ihrer gegenwärtigen Verfassung verliert die Bank bei jeder Refinanzierungstransaktion am Markt Geld. Staat und Finanzwirtschaft, die bereits mit Kreditlinien und Bürgschaften über 92 Mrd. Euro engagiert sind, wollen diesen Zustand nicht länger hinnehmen. Vor allem der Staat fürchtet ein Fass ohne Boden. Um das Geld des Steuerzahlers zu schützen, will Berlin daher das Heft direkt in die Hand nehmen.
Je nachdem, wie die Modalitäten aussehen, kann die Beteiligung Flowers' bei einer voraussichtlichen staatlichen Kapitalzufuhr von 10 Mrd. Euro auf einen Erinnerungswert von weniger als einem Prozent schrumpfen. Nach Informationen aus seinem Umfeld soll sich der scheue amerikanische Investor mit diesem trüben Ausblick abgefunden haben. Es bleibt ihm auch nicht viel anderes übrig. De facto hat er bereits fast alles verloren, und außerdem kann er sich dem großvolumigen Staatseinstieg mit seinem unterhalb der Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie liegenden Anteil auch nicht ernsthaft widersetzen.
Der Investor hat daher aus der Not eine Tugend gemacht und sich auf die Seite der Befürworter einer Staatsbeteiligung geschlagen. Im Aufsichtsrat der Bank sagte er, er wolle eine solche Lösung mittragen. "Flowers begrüßt und unterstützt zusammen mit dem Vorstand den Staatseintritt", sagte ein Insider.