Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma
Das klingt nach einem Mann der Tat. Doch dieses Bild dürfte bald Risse bekommen. Die Ursachenforschung könnte vieles Unerquickliche ans Tageslicht befördern. Etwa dass Schramma den Bau der Nord-Süd-Stadtbahn beharrlich vorangetrieben hat, obwohl es viele Alarmsignale gab. Einiges deutet darauf, dass der Einsturz Ergebnis von Fahrlässigkeit ist, dass das Projekt riskanter war als behauptet und Fakten verdrängt wurden.
Für den CDU-Politiker steht die Wiederwahl auf dem Spiel. Ende August sind Kommunalwahlen in NRW, und die Kölner stimmen über ihren OB ab. Schramma hat starke Herausforderer. SPD und Grüne haben den Ex-Polizeichef Jürgen Roters aufgestellt. Auch die FDP schickt einen Kandidaten ins Rennen.
Sie alle halten Schramma für überfordert, er sei gut im Repräsentieren und ein "leever Jung" , aber "hilflos und überfordert" in der Verwaltungsarbeit. Der Ausspruch "Ich weiß nix" sei das Markenzeichen des OB, ätzt der SPD-Fraktionschef Martin Börschel. Er sei gut als Karnevalsprinz, aber nicht kompetent als Manager einer Stadt mit 17.000 Verwaltungsangestellten, kritisiert Horst Becker, kommunalpolitische Sprecher der Grünen im Düsseldorfer Landtag.