Universitätspräsidentin Gesine Schwan wird 65 und will noch einmal gegen Horst Köhler antreten
Es könnte aber auch an den 50 Mio. Euro liegen, die ihr die Sozialdemokraten im Jahr 2004 nach der verlorenen Wahl gegen Köhler gestiftet haben. Natürlich nicht fürs eigene Portemonnaie, sondern für ihre Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Den stattlichen Betrag hatte Schwan dem damaligen Kanzler
Gerhard Schröder aus den Rippen geleiert - quasi als Antrittspreis. Mit dem Geld hat sie ihre Hochschule zu einer Stiftungsuniversität nach amerikanischem Vorbild umgewandelt.
Altkanzler Schröder lässt bis heute nichts auf seine Parteifreundin kommen. Sie sei eine Persönlichkeit, die "die Herzen der Deutschen erobern" könne, adelt er die gebürtige Berlinerin. Sie zeichne sich durch Optimismus, Elan und einen erfrischenden Humor aus, schreibt Schröder ihr zum 65. Geburtstag in einem Beitrag für die "Märkische Oderzeitung". Er sei sich sicher, dass sie eine "gute Bundespräsidentin" geworden wäre und Deutschland in der Welt kompetent und würdig vertreten hätte. Redet Schwan über die Aufgaben eines Bundespräsidenten, klingt sie Horst Köhler verblüffend ähnlich. Politik müsse nachvollziehbarer werden, damit Vertrauen ermöglicht werde, sagt sie.
Die "Bunte" schmeichelt Schwan im Vorgriff mit präsidialen Glückwünschen: "Happy Birthday, Mrs President?" überschreibt das Magazin seine Homestory über die Katholikin, die Großmutter geworden und mit dem Ex-Weltbank-Direktor und jetzigem Vorsitzenden von Transparency International, Peter Eigen, verheiratet ist. Doch das Fragezeichen ist groß. Ob sie die Wahl gewinnt, ist ihr vermutlich gar nicht so wichtig. Hauptsache, sie war dabei.