Kopf des Tages:Heinz Klinkhammer - Angriff ist die beste Verteidigung
Wie der freundliche ältere Herr von nebenan kommt Heinz Klinkhammer gern daher - der einstige Telekom-Personalchef weiß charmant und liebevoll aufzutreten. Im Abhörskandal um den Bonner Konzern lässt der 61-jährige Frühpensionär nun aufblitzen, wie hart und treffsicher er taktieren kann. von Kristina Spiller
In Klinkhammers Verantwortung fiel bis zu seinem Rücktritt Ende 2006 die Telekom-Abteilung Konzernsicherheit, die Aufsichtsräte, Manager und Journalisten auf der Suche nach undichten Stellen im Konzern ausgespäht haben soll. Klar, dass der Name des einstigen Personalchefs bald fallen würde. Doch noch bevor irgendein Vorwurf, ein Verdacht gegen ihn im Raum steht, geht Klinkhammer in die Verteidigung und greift sogleich an: Die Suche nach Informanten über Konzerninterna sei an ihm vorbei arrangiert worden, sagt er. Aus dem Umfeld des einstigen Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke und Ex-Aufsichtsratschefs Klaus Zumwinkel sei der Auftrag gekommen, fügt Klinkhammer hinzu.
In eine Ecke wird er sich nicht drängen lassen, macht er damit klar. Kommt Klinkhammer auch gern mal plüschig-nett daher, "er ist ein intelligenter und harter Knochen", weiß ein einstiger Telekom-Manager. "Ein gewiefter Taktierer, ein stiller Machiavellist", erinnert sich ein zweiter an das ehemalige Urgestein des rosa Riesen, der seit 1996 zehn Jahre lang den Abbau von insgesamt 110.000 Jobs durchverhandelte. "Wenn ihm jemand in die Quere kommt, räumt Klinkhammer ihn ab", erzählt eine Führungskraft. Nicht handgreiflich - mit ausgefeilten Argumenten, perfekter Vorarbeit. Vor einer Entscheidung habe er erst in Einzelgesprächen seine Positionen durchgesetzt, die Fronten geklärt. "Er beherrscht die Kunst der Politik."
Der Ex-Personalvorstand der Telekom, Heinz Klinkhammer, greift ehemalige Kollegen scharf an
Elf Jahre im Arbeits- und Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen zahlen sich aus. 1991 soll Klinkhammer gar als Staatssekretär nach Brandenburg - seine Frau und die zwei Kinder wollen nicht. Klinkhammer bleibt. Der Jurist und Betriebswirt, Richter an Arbeitsgerichten, geht als Arbeitsdirektor zu den Hüttenwerken Krupp Mannesmann. Fünf Jahre später verpflichtet ihn die Telekom.
Noch heute hängt dem Gewerkschaftsmitglied jedoch nach, den Monopolisten nicht stark genug abgespeckt zu haben. "Er hat den notwendigen Personalabbau nur halbherzig betrieben, ist zu gewerkschaftsnah", wirft ihm noch heute ein Manager aus alten Zeiten vor. Gewehrt hat sich Klinkhammer gegen solche Vorwürfe nie. Doch im Abhörskandal will er sich nicht schlechtmachen lassen. Er ist ein "eloquenter Kämpfer für seine Sache", weiß ein Wegbegleiter. "Klinkhammer läuft nie ins offene Messer."
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