Gemessen an der
Deutschen Bank ist die HSH Nordbank ein Zwerg. Als "Peanuts" würde aber wohl selbst
Hilmar Kopper die Aufgabe nicht bezeichnen, die jetzt im hohen Norden auf ihn zukommt. Dieses Wort hatte den langjährigen Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bank Mitte der 90er-Jahre zu einer nationalen Berühmtheit gemacht. Seit er Handwerkerrechnungen über 50 Mio. DM in der Affäre des Baubankrotteurs
Jürgen Schneider in Beziehung zur damaligen Bilanzsumme der Deutschen Bank von 1000 Mrd. DM gesetzt hat, kleben die Peanuts an ihm wie die Federn am Teer. Dass die Deutsche Bank den Handwerkern die Summe gezahlt hat, obwohl sie dazu nicht verpflichtet war, änderte daran nichts.
Nun steigt der 75-Jährige also noch mal in den Ring, obwohl er es gar nicht nötig hätte. Auf das Honorar und Sitzungsgeld eines Aufsichtsratschefs ist er mit Sicherheit nicht angewiesen. Und sonderlich amüsant sind die Probleme auch nicht, die ihn in Hamburg und Kiel erwarten.
Wer Kopper kennt, kann sich freilich gut vorstellen, dass ihn genau das reizt. Seine letzten Schlachten hat er in Fernseh-Talkshows geschlagen, wo er sich unter anderem bemüßigt fühlte, das Weltbild der Kommunistin Sahra Wagenknecht zurechtzurücken. "Kollabierende Banken gehören zum System", befand Kopper. Diejenigen, die den Hals nicht voll bekommen hätten, würden jetzt brutal abgestraft: "Alles weg, alles tot." TV-Debatten, wandern, ab und an ein gutes Buch - diese Art von Freizeitgestaltung mag Kopper eine Zeit lang Vergnügen bereitet haben, eine echte Herausforderung war es nicht.