Kopf des Tages:Igor Jussufow - Gazproms Mittelsmann
Die Wadan-Werften suchen einen Käufer. Nachdem Ex-Eigner Andrej Burlakow sich als Dampfplauderer erwies, will nun der russische Ex-Energieminister Igor Jussufow einsteigen - offenbar im Auftrag von Gazprom. von Verena Diethelm
Igor Jussufow ist vielen Russen ein Begriff. 2001 wurde er zum russischen Energieminister ernannt. Damals war es selbst für russische Verhältnisse klirrend kalt. Bei minus 50 Grad froren Tausende Menschen in Sibirien in ihren ungeheizten Wohnungen, weil in einigen Regionen der Brennstoff für die thermischen Kraftwerke ausging. Den damaligen Minister Alexander Gawrin kostete die Energiekrise mitten im sibirischen Winter den Job, Jussufow meisterte hingegen die Aufgabe.
Als Retter in der Not versucht sich Jussufow auch diesmal. Die Wadan-Werften, das größte Schiffbauunternehmen Mecklenburg-Vorpommerns mit Standorten in Rostock und Wismar, ist aufgrund des einbrechenden Welthandels in Schieflage geraten und sucht einen neuen Investor.
Jussufow und sein Sohn Witali, der das Moskauer Büro des Pipeline-Konsortiums Nord Stream leitet, wollen den insolventen Schiffbaubetrieb übernehmen und wieder auf Vordermann bringen. Heute kommt der Gläubigerausschuss des insolventen Unternehmens zusammen, um die Details des Konzepts zu prüfen.
Russlands Ex-Energieminister Igor Jussofow
Offenbar engagieren sich die Jussufows aber nicht mit eigenem Geld. Der Einstieg bei der Wadan-Werft sei keine persönliche Investition Jussufows, sagt eine Quelle aus ihrer Umgebung. Der Aufsichtsrat des Energieriesen Gazprom sei für einen Pool von strategischen Investoren tätig geworden. Dazu gehören nach Informationen der russischen Zeitung "Wedomosti" die staatliche Vereinigte Schiffbaugesellschaft (OSK), die Vereinigte Industrielle Gesellschaft des russischen Investmentbankers und Putin-Vertrauten Sergej Pugatschow sowie der Wyborger Schiffbaubetrieb WSS.
Jussufow sitzt seit 2004 im Gazprom-Aufsichtsrat. Dem russischen Magazin "Smart Money" zufolge werden von Gazprom-Aufsichtsräten "absolute Loyalität, völlige Vorhersagbarkeit und die Politik der Nichteinmischung in fremde Angelegenheiten" erwartet. Eigenschaften, die das Magazin dem "konfliktscheuen" Jussufow zuschreibt.
Jussufow gilt als Apparatschik. 1956 in Derbent in der russischen Kaukasusrepublik Dagestan geboren, studierte er später Elektrotechnik und Außenhandel. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt auf Kuba legte er in seiner Heimat schließlich eine lupenreine Beamtenkarriere hin. Er war Vizechef des Komitees für den Schutz der Wirtschaftsinteressen Russlands. Danach folgten Stationen als stellvertretender Minister der Außenwirtschaftsbeziehungen und als Chef der Agentur für Staatsreserven. 2004 wurde er zum Spezialrepräsentanten des Präsidenten für internationale Energiekooperationen und Spezialgesandter des Außenministers ernannt.
Wie Andrej Burlakow, sein Vorgänger bei Wadan, hat auch Jussufow Aufträge für eismeertaugliche Schiffe und Flüssiggasfrachter in Aussicht gestellt. Burlakows vollmundige Versprechen entpuppten sich später allerdings als Lippenbekenntnisse.
Orderbird erweitert seine Kassen-App. Die neue Version verbindet alle Geräte eines Restaurants und fasst ihre Umsätze in einem einzigen Tagesbericht zusammen. Zur Belohnung fliegen die Gründer mit allen Mitarbeitern nach Portugal. mehr
Der Online-Maßschneider Shirts on the Fly wollte angreifen und sein Sortiment erweitern. Doch dann entschied sich einer der beiden Gründer zum Ausstieg. Jetzt versucht Matthias Naumann allein, sein Startup auf Kurs zu bringen. mehr
Gründerin Chalwa Heigl gibt den Startschuss für ihre rollende Patisserie, die von München aus die Welt erobern soll. Zwei neue Standorte für die mobilen Gugl-Theken, die künftig auch Getränke an Bord haben, stehen fest. mehr
Sven-Oliver Pink freut sich über Fördergeld, mit dem er die Schultasche der Zukunft entwickeln will. Der Ergobag-Macher feiert auch den Einzug in die Finalrunde des Deutschen Gründerpreises - und die eigene Hochzeit. mehr
Anke Domaske arbeitet an neuen Marketingaktionen. Die Gründerin will eine stattliche Qmilch-Pressemappe inklusive Katalog und Imagespot erstellen. Ferner bereitet sie sich auf die nächsten Produktionstage vor. mehr
NRW hat einen neuen Landtag gewählt. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viele Eigen- und Besonderheiten. Was wissen Sie über das größte deutsche Bundesland?
Mit welchem Versprecher erlangte die WDR-Moderatorin Carmen Thomas zweifelhafte Berühmtheit?
Der Fiat-Chef hat den kleinen Autokonzern durch die Fusion mit Chrysler vor dem Untergang gerettet. Doch das reicht nicht. Nun holt er auch noch Mazda dazu
mehr
Ob beim Meeting im Büro oder beim Chillen nach Feierabend: Im Geschäftsleben gibt es viele Begriffe, die ein angehender CEO kennen sollte. Das FTD-Businesstalk-Lexikon stellt diese Wörter vor. Diesmal: "erfreulich" und "signifikant". mehr
Jahrelang kämpfte der Fotopionier Leica mit der Pleite - und den eigenen Versäumnissen. Nun ist die Legende wieder da. Was dafür nötig war? Viel Geld und viel Mut. mehr
Sie wird schon lange als ungerecht kritisiert. Kippt das Verfassungsgericht die Grundsteuer, bekommen Hausbesitzer Geld zurück - wenn sie sich gewehrt haben. mehr
Jeder weiß, was sich hinter dem Begriff Pressearbeit verbirgt. Jeder weiß, dass Unternehmen gut funktionierende Pressearbeit braucht. Doch nur die wenigsten können passende Ziele definieren und Strategien ableiten. mehr
Sie sind oft Gegenstand des Streits zwischen Mieter und Vermieter: die Betriebskosten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jetzt die Mieterrechte gestärkt (Az.: VIII ZR 245/11 und 246/11). Interview mit Ulrich Ropertz mehr
Skypen im Sand, Konferieren unter Palmen: Selbst auf den einsamsten Inseln wird heute WLAN installiert. Darüber kann man lamentieren - oder seinen Arbeitsplatz für ein paar Wochen an die schönsten Ecken dieser Erde verlegen. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!