Ilse Aigner ist Mitglied in 30 Vereinen
Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne verkörpert Aigner eine für die CSU attraktive Mischung. Da ist einerseits die Verwurzelung: Aigner trägt Dirndl, so oft der Anlass es möglich macht. Sie hat eine Ausbildung zur Elektrotechnikerin gemacht - im elterlichen Betrieb. Und neben der CSU ist sie noch Mitglied in 30 Vereinen: vom Auer-Alm-Verein über den Bund Deutscher Karneval bis zur Waldbesitzervereinigung.
Gleichzeitig gehört Aigner zu einer Generation junger Frauen, die der CSU zuletzt in Scharen davongelaufen ist. Sie ist ledig, kinderlos, wirkt jünger, als sie ist, und versprüht ständig gute Laune. Zudem ist sie nach 16 Jahren in der Jungen Union in der CSU blendend vernetzt. "Die kann zuhören, sucht den Ausgleich und ist sehr kollegial", lobt CDU-Bildungspolitiker Michael Kretschmer.
In der Bildungspolitik hat Aigner oft pragmatisch den Kompromiss gesucht - ohne zu viel Rücksicht auf die Mehrheitsmeinung in ihrer Partei zu nehmen. In der Debatte um die Stammzellforschung gehörte sie wie Annette Schavan und Angela Merkel zu den Befürworterinnen einer forschungsfreundlichen Lösung - anders als die Mehrheit der CSU.
Als Agrarministerin muss sie nun von der CSU enttäuschte Bauern zurückgewinnen. Dafür braucht die Partei jetzt Minister, die bayerische Interessen auch gegen die Schwesterpartei vertreten. Möglichst ohne Kompromisse. Eine neue Aufgabe für Aigner.