Hat ab sofort das Sagen in Düsseldorf: Karsten von Köller
Klassischer Typ des konservativen BankersVon Köller verschafft seinem US-Arbeitgeber Vertrauensvorschuss: "Er ist der Typ des klassischen, konservativen Bankers. Die BaFin kennt ihn, der Verband kennt ihn, er ist glaubwürdig", sagt ein Banker, der mit ihm schon mehrere Male zusammengearbeitet hat. Und von Köller kennt sich extrem gut aus: Der promovierte Jurist saß fast 20 Jahre lang in Vorständen von Immobilienbanken - anfangs bei der Commerzbank-Tochter Rheinhyp, dann als Chef bei Europas größtem Immobilienfinanzierer Eurohypo. Mehrere Jahre lang war er Präsident des Verbands Deutscher Hypothekenbanken, bei seinem vermeintlichen Abschied in den Ruhestand feierte ihn die Branche als ihren Grandseigneur.
Das Comeback mit Lone Star muss für von Köller eine große Genugtuung sein. Die verfrühte Abgabe des Chefpostens bei der Eurohypo Ende 2003 war nicht komplett aus freien Stücken. Die Großaktionäre wollten die Bank börsenreif machen, der Dynamiker Bernd Knobloch drängte an die Spitze. Allein: Die Commerzbank übernahm das Unternehmen komplett.
Gleichzeitig erhält Köller jetzt Zugang zum heiß umworbenen deutschen Mittelstand. Die IKB muss sich indes auf einiges gefasst machen: Mit Samthandschuhen wird von Köller die Bank nicht anfassen, das zeigt die Erfahrung mit der AHBR. Und da identifiziert er sich inzwischen voll und ganz mit seinem US-Arbeitgeber: Faule Kredite gehören aussortiert - kompromisslos, aber eben in aller Ruhe.