RWE-Strategievorstand Leonhard Birnbaum
Essent ist Birnbaums Deal - mit über hundert Leuten hatte er sich zuletzt im Essent-Hochhaus in Arnheim auf einer ganzen Etage eingemietet, um die Übernahme zu steuern. Zufrieden? "Der Dank gilt meinen Leuten", sagt Birnbaum. "Sie machen die ganze Arbeit. Ich entscheide am Ende nur, ob es links oder rechts langgeht."
Trotzdem: Die Übernahme war die erste große Bewährungsprobe für den 42-Jährigen. Erst im April 2008 war der Ex-McKinsey-Berater zu RWE gekommen. Am 1.Oktober löste er Berthold Bonekamp als Strategiechef ab. Die Personalie galt intern als umstritten: Bonekamp war Anhänger der dezentralen Konzernstruktur, während Birnbaum die Spitze stärken will. "Es brodelt ganz schön", hieß es damals aus Unternehmenskreisen.
Der Hobbykletterer Birnbaum kann jedoch mit Druck umgehen: Mit 32 Jahren war er bereits Partner bei McKinsey. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als RWE-Vorstand gab Birnbaum sofort die Marschroute vor: "Der Feind ist draußen, und dort müssen wir ihn besiegen", sagte er im Dezember.
Das dürfte im Sinne seines Chefs
Jürgen Großmann gewesen sein, der die Expansionspläne vorantreibt. Zudem braucht Großmann dringend junge Leute, die den Imagewandel vom Klimasünder RWE zum grünen Versorger verkörpern.