Marcus Brauchli Marcus Brauchli, kurz in Diensten von Rupert Murdoch, führt jetzt die "Post" ins Webzeitalter
Nun soll also der 47-jährige Brauchli die Integration vollbringen. Ausgerechnet er, ein Mann von außen. Erstmals in der Geschichte des Hauptstadtblatts darf ein Externer die Führung der Redaktion übernehmen - das kommt einer Revolution gleich. Immerhin, der Mann hat Erfahrung als Chefredakteur: Ein knappes Jahr leitete er die Redaktion des "Wall Street Journal".
Das US-Wirtschaftsblatt verließ
Brauchli vier Monate nach der Übernahme durch den Medientycoon
Rupert Murdoch - gegen eine Abfindung von 3 bis 5 Mio. $, wie die "Washington Post" berichtete. Von Ex-Kollegen erhält Brauchli Schelte, sie kritisieren ihn dafür, dass er sich Murdochs Einflussnahme nicht entschiedener widersetzt habe. "Er hat den leichten Weg gewählt", sagte Dean Starkman, ein Ex-"Journal"-Reporter. Rückendeckung erhält Brauchli aber von seiner neuen Herausgeberin, Katharine Weymouth.
Auch Weymouth steht für einen Generationswechsel. Die 42-Jährige ist erst seit Februar im Amt. Sie hat Brauchli angeheuert, damit er das ehrwürdige Blatt mit Gründungsdatum 1877 ins Webzeitalter steuert. "Marcus hat die Fähigkeit, strategisch zu denken", lobt sie den neuen Mann.
Brauchli soll nach ihren Worten beide Welten verzahnen. Der neue Chefredakteur selbst sagt: "Mein Mantra war immer, dass wir nicht durch das Medium definiert sind, sondern durch die Art, in der wir Journalismus betreiben."
In seiner neuen Funktion wird Brauchli auch vermehrt auf einen ehemaligen Studienkollegen von der New Yorker Columbia University treffen:
Barack Obama .