Der neue Edeka-Chef Markus Mosa muss den drittgrößten deutschen Discounter schmieden
Mosa, der vor seinem Amtsantritt ein Jahr lang das Ressort Finanzen und Beteiligungen leitete, muss beide Unternehmenskulturen verschmelzen. In 18 Monaten sollen 1750 der 2500 Plus-Filialen, die Edeka übernimmt, auf das Netto-Konzept umgestellt werden, die restlichen 750 Filialen sollen weiter unter Plus firmieren.
Der Vater zweier Töchter wird Fingerspitzengefühl brauchen. Einige Netto-Manager, berichtet ein Insider, sind kurz nach der Verkündung des Zusammenschlusses "wie die Axt im Wald" bei Plus vorstellig geworden. Arrogant und herrisch seien sie aufgetreten. Eine Riege von Topmanagern verließ Plus daraufhin in den vergangenen Monaten. Regelrecht personell ausgeblutet sei das Unternehmen, heißt es in der Branche. Dass Mosa die Lücken füllen und die schlechte Stimmung rasch wieder verbessern kann, bezweifeln Experten. Als sensibler Integrator ist er bislang zumindest noch nicht aufgefallen.
Zudem ist Plus zuletzt Absatz weggebrochen - was den Langmut nicht gerade steigert. Zahlenmensch Mosa kennt sich immerhin als früherer Netto-Chef bestens im Discountmarkt aus. Gleichzeitig muss er allerdings den selbstständigen Edeka-Händlern beweisen, dass er deren Belange nicht aus den Augen verliert. Nicht wenige selbstständige Händler bezweifeln, dass der Ausbau der Discountsparte der richtige Weg für Edeka ist. Kleiner Trost für Mosa: Auch Frenk war unter den Händlern umstritten.