Mary Schapiro, die neue Chefin der US-Börsenaufsicht SEC
Alte BekannteDie erste Frau an der Spitze der SEC ist keine Unbekannte. Die beiden Nachfolger Reagans, George Bush senior und
Bill Clinton , bestätigten sie als SEC-Kommissarin. Im Jahr 1994 wechselte Schapiro an die Spitze der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), bevor sie die interne Regulierung bei der New York Stock Exchange übernahm. Zuletzt leitete Schapiro, die einen Doktortitel mit Auszeichnung der George Washington University besitzt, die Financial Industry Regulatory Authority (FINRA), die fusionierte interne Kontrolle der NYSE und der Technologiebörse Nasdaq. Kurzum: Schapiro gehört seit 20 Jahren zum Establishment der amerikanischen Regulierer. Und jetzt übernimmt sie den Chefposten bei der SEC - also der Behörde, der nicht erst seit dem Madoff-Skandal eine zu große Nähe zur Wall Street vorgeworfen wird. Kein Wunder, dass ihre Wahl auf geteilte Reaktionen stößt.
Robert Banks vom Anwaltsverein Public Investors Arbitration Bar Association etwa kritisiert die Entscheidung. Das gesamte System müsse erneuert werden, sagte er dem "Wall Street Journal". "Die Regierung muss Regulierung ernst nehmen." Die Kritik, dass Obama nicht entschlossener reformiere, sei berechtigt, sagt auch der ehemalige SEC-Ermittler Robert Heim. Dennoch sei sie eine gute Wahl. "Als FINRA-Chefin hat sich Schapiro den Ruf erarbeitet, aggressiv vorzugehen und Vorschriften durchzusetzen", sagt er. Sie sei der scharfe Aufpasser, den die durch den Wall-Street-Kollaps und den Madoff-Skandal angeschlagene SEC jetzt brauche, um ihre Reputation wiederherzustellen.
Der sofort geäußerte Vorwurf, dass Schapiro von Obama nur aus dem Hut gezaubert wurde, um über Nacht auf die Bankrotterklärung ihres Vorgängers Cox zu reagieren, ist dabei nicht stichhaltig. Obama traf sich schon vor mehreren Tagen in Chicago mit Schapiro. Am Dienstag stand die Personalie bei einer Besprechung von Obamas Wirtschaftsberatern auf der Agenda.