Georgiens Präsident Michail Saakaschwili
Permanente Sticheleien gegen RusslandAußenpolitisch orientiert er die ehemalige Sowjetrepublik komplett nach Westen. Er wirbt für einen Beitritt seines Landes zur EU und zur Nato. 2000 seiner Soldaten schickt er an der Seite Washingtons in den Irakkrieg, lässt keine Gelegenheit aus, gegen Russland zu sticheln. Fast folgerichtig kommt es zu Zwischenfällen mit russischen Friedenstruppen in den abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien.
Kratzer erleidet sein Image, als er im vergangenen Jahr Polizeikräfte hart gegen Oppositionelle vorgehen lässt. Die Regierungskritiker hatten gegen seinen zunehmend autoritären Führungsstil protestiert. Er lässt zudem den Ausnahmezustand ausrufen und schließt oppositionsnahe Fernsehsender. Als er nach seiner Wiederwahl im Frühjahr merkt, dass es wohl nichts wird mit einem schnellen Beitritt zur Nato, brandmarkt er die Widerstände in Brüssel als "Appeasement" gegenüber Moskau. Paris und Berlin reagieren befremdet.
Nun, nach der fehlgeschlagenen Offensive in Südossetien, fragen sich viele Diplomaten, warum er das getan hat. Die Antwort darauf mag für ihn zweitrangig sein. Denn am Ende steht nach einer Auseinandersetzung mit Hunderten zivilen Toten eine bittere Erkenntnis: Gegen Moskaus Militär ist er chancenlos und allein.