Paul Volcker blickt auf 50 Jahre Erfahrung in der Konjunkturpolitik zurück
Volcker wurde noch vor dem großen Börsencrash 1929 im Ostküstenstaat New Jersey geboren. Seine Karriere führte ihn von der Federal Reserve Bank in New York über die Chase Manhattan Bank bis ins US-Finanzministerium. Höhepunkt der Laufbahn: die Ernennung zum Zentralbankchef der USA im Jahr 1979 durch den damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter. Dessen Nachfolger Ronald Reagan hielt an Volcker fest. Freiwillig aus dem Spitzenamt schied der Mann aus New Jersey 1987.
Nun, nach einigen Jahren des Kürzertretens, wird Volcker, der neutrale Staatsdiener, zum politischen Aktivisten: "Nach 30 Jahren im Regierungsdienst unter fünf Präsidenten hatte ich gezögert, mich in Wahlkämpfen zu engagieren. Jetzt ist es Zeit, diese Zurückhaltung aufzugeben", sagte er, als er im Frühjahr zum Obama-Team stieß.
Volckers Diktion klang seither in Obamas Vorschlägen durch; bei Obamas viel beachteter Rede zur Regulierung der Finanzmärkte im März soll er ein wichtiger Stichwortgeber gewesen sein. Die Finanzmarktregulierung ist ein altes Anliegen von Volcker, der sich als Vorsitzender des International Accounting Standards Board bis 2005 für die internationale Angleichung der Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen einsetzte.