Rolf Dörig, Vorstandschef von Swiss-Life
Dörig, frisch im Amt, saniert, reduziert Stellen, verkauft Teile des Geschäfts wie die Banca del Gottardo und die Töchter in den Niederlanden und Belgien und konzentriert die Gruppe auf die Kernmärkte Schweiz, Deutschland und Frankreich. Der Kurs steigt, die Aktionäre danken es ihm.
Im Kerngeschäft Deutschland ist Swiss Life nur als Maklerversicherer unterwegs, hat also keine eigenen Vertreter. Da liegt genau das Problem für Dörig. Er will in fünf Jahren den Marktanteil von 1,7 Prozent auf mehr als fünf Prozent verdreifachen. Dafür braucht er Vertriebskraft. Im Dezember 2007 gibt er deshalb den Einstieg beim Hannoveraner Vertrieb
AWD bekannt, von dem Swiss Life jetzt 96 Prozent hält. Der nächste Coup dann in der vergangenen Woche: Mithilfe des AWD-Chefs
Carsten Maschmeyer kauft Swiss Life knapp 27 Prozent an MLP - gegen den Willen des MLP-Vorstands und des Großaktionärs Manfred Lautenschläger. Dörig schließt eine Übernahme nicht aus, sagte er am Wochenende, nur feindlich werde sie nicht sein.
Dörig weiß, dass der Einstieg bei den Vertrieben riskant ist. Ob die drei Firmen zusammenpassen, muss sich zeigen. Er wagt ihn trotzdem, weil er sonst die ehrgeizigen Wachstumsziele kaum erreichen kann. Mit den Problemen im Detail muss Nachfolger Bruno Pfister fertig werden, Dörig wird im Mai 2009 Verwaltungsratschef. Kollegen erwarten, dass der 51-Jährige an anderer Stelle der Finanzwirtschaft noch einmal auftauchen wird. Ein Rückzug ins Private sei nicht vorstellbar.