Rolf Koerfer, neuer Chef des Aufsichtsrats von Continental
Andererseits werten Kenner der beiden Firmen die Ernennung des gebürtigen Kölners als guten Kompromiss, mit dem die Conti-Seite besser leben kann als mit einer Chefkontrolleurin Schaeffler. "Mit diesem Ergebnis sind alle zufrieden", sagt ein Manager. Zumal der von den Franken abgesägte bisherige Aufsichtsratschef
Hubertus von Grünberg dem Gremium weiterhin erhalten bleibt. Schaeffler schickt neben Koerfer noch drei weitere Aufseher ins Continental-Kontrollgremium - darunter auch Maria-Elisabeth Schaffler selbst.
In deren Auftrag muss Koerfer den niedersächsischen Autozulieferer nun durch eine schwierige Zeit manövrieren. Nicht nur, dass auf Schaeffler durch den Einstieg bei Conti rund 10 Mrd. Euro Schulden lastet - die Tochter selbst ächzt ebenfalls unter hohen Verbindlichkeiten. Hinzu kommen die Probleme der Autobranche: Die Hersteller setzen angesichts des weltweiten Abschwungs immer weniger Fahrzeuge ab und kappen entsprechend ihre Bestellungen bei den Zulieferern.
Für Koerfer spricht, dass er nicht nur als ausgewiesener Fachmann für Übernahmen gilt - sondern sich auch als Restrukturierer einen Namen machte, als er den Wälzlagerhersteller FAG Kugelfischer auf Vordermann brachte. Schaeffler hatte den Rivalen FAG zuvor aufgekauft.
Koerfer, Partner der renommierten Kanzlei Allen & Overy, müsse nun die Autosparten Schaefflers und Contis bündeln, sagte ein Manager - nachdem von Grünberg Schaefflers Plan blockiert habe, in den Autobund 5 Mrd. Euro eigene Schulden einzubringen, wie es heißt. "Mit Koerfer als Aufsichtsratschef dürfte es Schaeffler leichter fallen, sich durchzusetzen", heißt es aus dem Firmenumfeld. Der Druck auf den gebürtigen Kölner ist dabei enorm - auch von Seiten der Hedge-Fonds, die sich bei Continental eingekauft haben und nun Ergebnisse erwarten. "Frau Schaeffler hat sich das sicher nicht mehr antun wollen", sagt ein Insider.