Als Verwaltungsratschef von Yahoo zieht Roy Bostock im Hintergrund die Fäden
Persönliche Angriffe auf den Gegner scheut er nicht, wenn Geschlossenheit demonstriert werden muss. "Bedauerlicherweise stellt dein Brief die Art unserer Diskussionen falsch dar", schreibt Bostock kürzlich gemeinsam mit Yahoo-Chef Jerry Yang an
Ballmer . "Schließlich, Steve, hast du persönlich an zwei Meetings teilgenommen", schieben die beiden Manager nach.
"Er sagt, was er denkt"
Bostock ist für genau diese Offenheit gefragt. "Er ist geradeheraus und sagt, was er denkt", sagt Wirtschaftsprofessorin Laura Tyson über ihn. So holt ihn die Duke University vor zwei Jahren an die Spitze eine Komitees zur Beratung des Unipräsidenten - weil ein Sexskandal den Ruf des renommierten Instituts zu ruinieren droht.
Mit der Universität in North Carolina ist Bostock ohnehin eng verbunden. 1962 macht er dort seinen Abschluss in englischer Literatur, bevor er den MBA der Harvard Business School anhängt. Schon sein Vater graduiert an der Duke, ebenso seine drei Kinder. Auch den Draht zu Yahoo knüpft der Netzwerker über Kontakte aus der Studentenzeit: Deren Manager Gary Wilson teilte mit ihm die Studentenbude.
Ganz ohne Krise ist aber auch der Krisenspezialist nicht: Bostock steht mehrfach wegen der Zustimmung zu hohen Managergehältern in der Kritik. Einige Yahoo-Aktionäre verlangten 2006 sogar seine Ablösung, weil er Yahoo-Mitgründer
Terry Semel 71 Mio. $ genehmigt hatte. Und auch bei Northwest tappte Bostock bereits in die Falle mit den Salären.