Thomas Ebeling muss als Mediennovize Pro Sieben Sat 1 auf Kurs bringen
Nun kommt Ebeling zum Zug - und lässt keinen Zweifel daran, dass er den Senderkonzern, der unter Milliardenschulden und einem lahmenden Werbegeschäft leidet, rasch auf Kurs bringen will. Schon am Tag seiner Ernennung trifft er seine künftigen Vorstandskollegen zum Einzelgespräch.
Frühere Novartis-Mitarbeiter bescheinigen dem zweifachen Vater große Präsenz und ein hohes Arbeitstempo. Ebeling sei fordernd, lasse Widerspruch aber zu - wenn er denn gut begründet sei.
Bei
Novartis ist Ebeling letztendlich gescheitert. Sein Ausstieg bei dem schweizerischen Medizinkonzern lässt sich kaum als "einvernehmlich" beschreiben. Lange gilt der Hannoveraner als Kronprinz von Konzernchef Daniel Vasella. Als Chef der globalen Pharmasparte steigert Ebeling nach Unternehmensangaben den Umsatz innerhalb von sieben Jahren von 11 Mrd. $ auf über 22 Mrd. $. Das Geschäft mit forschungsintensiven Arzneien steuert immerhin zwei Drittel zum Konzernumsatz bei und ist der weitaus wichtigste Firmenteil. Novartis gilt jahrelang als Modellunternehmen mit reichem Nachschub aus den Forschungslaboren. Doch die Konkurrenz durch Nachahmerprodukte (Generika) wächst, und bei mehreren Arzneiprojekten läuft das Zulassungsverfahren nicht nach Plan.
Für Ebeling beginnt ein Abstieg auf Raten: Ende 2007 muss er seinen Posten als Pharmachef abgeben und mit dem Chef der viel kleineren Sparte Consumer Health tauschen, zu der rezeptfreie Medikamente und Tiermedizin gehören. Eine Degradierung. Wenig überraschend, dass Ebeling im Oktober seinen Abgang ankündigt.
Mit dem Umzug nach München vollzieht der bekennende Fan von Hannover 96 einmal mehr einen kompletten Branchenwechsel. Nach seinem Psychologiestudium in Hamburg steigt er 1987 beim Zigarettenkonzern Reemtsma ein. Später wechselt er zum Limonadenhersteller Pepsi, dessen Deutschlandgeschäft er bis 1997 führt. Überall muss er umstrittene, aber beliebte Produkte verkaufen. Das dürfte ihm nun beim Privatfernsehen helfen.