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Merken   Drucken   08.09.2009, 19:42 Schriftgröße: AAA

Kopf des Tages: Tom Alexander - Der Markenfetischist

Das Credo des Mobilfunkmanagers Tom Alexander lautet: Eine Marke muss cool sein. Nun soll er als Chef des neuen Gemeinschaftsunternehmens das Image von Deutscher Telekom und France Telecom in Großbritannien aufmöbeln. von Lutz Meier 
Tom Alexander  war 46 Jahre alt, als er sich für das Rentnerdasein entschied. „Ich habe Autos, die ich nie gefahren habe, eine Familie, die ich kaum sehe, und ein Haus in Frankreich, dass ich nie sehe“, sagte der britische Mobilfunkmanager 2006 zur Begründung.Um Geld musste er sich keine Sorgen machen. Sein bisheriger Job: Chef des Mobilfunkanbieters Virgin Mobile, an dem er auch beteiligt war. Dessen Verkauf brachte ihm eine zweistellige Millionen-Pfund-Summe ein.
Alexander sammelt klassische Aston Martins und ist passionierter Rennfahrer - ein wenig irritierte die Sehnsucht nach Verlangsamung daher. Im Jahr darauf war es mit dem glücklichen Rentnerdasein auch wieder vorbei. France Telecom  überredete Alexander, die heruntergewirtschaftete britische Mobilfunktochter Orange zu sanieren. Künftig wird er Familie, Ferienhaus und schnelle Autos noch seltener zu Gesicht bekommen: Der Manager soll das Gemeinschaftsunternehmen führen, das die Franzosen zusammen mit der Deutschen Telekom  in Großbritannien bilden wollen. So soll ein neuer Marktführer im umkämpftesten Mobilfunkmarkt Europas entstehen.
Tom Alexander   Tom Alexander
Glaubt man Alexander, war es sein Faible für blitzsaubere Marken, mit dem ihn die Franzosen zur Abkehr vom Rentnerdasein bewegen konnten. "Ich hatte keine Absicht, je wieder irgendwo ins Tagesgeschäft zu gehen" sagte er später in einem Zeitungsinterview. "Dann bekam ich den Anruf, ob ich daran interessiert sei, Orange zu führen." Das sei etwas anderes gewesen. "Die Marke ist eine Ikone", sagte er. "Das hat mich wirklich eingenommen."
Allerdings hatte die Ikone schon reichlich Staub angesetzt, als Alexander 2007 bei Orange antrat. Imagestudien verbannten den bürokratisch gealterten Ex-Marktführer auf den letzten Platz. Wie anders war das damals, Ende der 90er-Jahre, als das Unternehmen mitten im Boom der Technologiefirmen gegründet wurde. Damals war die Marke ihrer Zeit weit voraus: Der erste Mobilfunkanbieter, der Telefonanschlüsse nicht über Technik und Service verkaufte, sondern über Coolness.
Dann übernahm im Jahr 2001 France Telecom Orange für Unsummen, unterwarf die Organisation der Konzernlogik - und mit der Coolness war es vorbei. Doch Alexander versprach, den Geist der Anfangszeit wiederzubeleben. Seine Parole: "Liebe verbreiten." Die Marke müsse geliebt werden. Alexander holte die Callcenter von Indien nach England zurück, investierte in Läden und Werbung.
Das Denken in Marken hat er schon bei Virgin Mobile perfektioniert. Dort ist er oft als geistiger Zwillingsbruder von Richard Branson  beschrieben worden, des berühmten Gründers des Virgin-Imperiums. Das lässt sich Alexander gern gefallen: "Er ist ziemlich gut im Problemlösen und ich ebenso."Zudem seien sie beide Legastheniker. Und das helfe dabei, abweichend zu denken. "Ein bisschen dreidimensional", pflegt Alexander zu sagen.
13:36:47 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
France Telecom 10,34 EUR   -0,24%  -0.025
Deutsche Telekom 8,163 EUR   -8,02%  -0.712
  • Aus der FTD vom 09.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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