Der HRE-Großaktionär Christopher Flowers
Dabei hatte Flowers große Hoffnungen in den deutschen Markt gesetzt. Jahrelang versuchte er, einen Fuß in die hiesige Finanzbranche hineinzubekommen. Im vergangenen Jahr bot er für die zum Verkauf stehende Landesbank Berlin mit, in diesem Jahr schaute er sich die marode
IKB an. Auch an dem Versicherer Gerling, der Hypothekenbank AHBR und der Deutschen Hypothekenbank bekundete er Interesse. Derzeit prüft Flowers auch die Bücher der BayernLB. Die Eigner überlegen, 24,9 Prozent an der Bank an einen Privatinvestor zu verkaufen. Flowers Interesse soll aber nur "lauwarm" sein. Kein Wunder: "Flowers leckt jetzt erstmal seine Wunden. Er wird es sich dreimal überlegen, sich jetzt noch eine Krisenbank ans Bein zu binden", sagt ein Investmentbanker.
Zumal er auch noch in den Niederlanden einen weiteren Problemkandidaten hat: die niederländische Bank NIBC sollte eigentlich im vergangenen Jahr an die isländische Bank Kaupthing verkauft werden. Doch wegen der Finanzkrise sagte Kaupthing die Transaktion ab. Statt einen satten Gewinn einzufahren, musste Flowers die durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten angeschlagene Bank mit eigenem Kapital retten. Dennoch gibt es Gerüchte, dass die Bank weiter in Schieflage ist.
Den erfolgsverwöhnten Flowers dürften seine kriselnden Engagements arg wurmen. In den USA legte der Sohn eines US-Marineoffiziers eine Blitzkarriere hin. Nach dem Abschluss seines Studiums in angewandter Mathematik in Harvard heuerte er mit 21 bei der Investmentbank Goldman Sachs an. Mit 28 stieg er zum Chef der M&A-Abteilung auf - und wurde mit 31 der jüngste Partner in der Geschichte der Investmentbank. 1998 verließ er Goldman Sachs und arbeitet seitdem als Private-Equity-Unternehmer. Mit einem Vermögen von 2 Mrd. $ steht er auf Platz 239 in der Forbes-Liste der 400 reichsten Amerikaner.