Gescheiterter Hoffnungsträger: Mwai Kibaki
Kibaki trat als Reformer an, erwies sich aber als konfliktscheu. Kritiker werfen ihm vor, er habe sein Versprechen gebrochen, die Macht im Land nicht nur dem Stamm der Kikuyu zuzuschanzen und eine Dezentralisierung einzuleiten. "Wer fragt, warum der Staatschef im Kampf gegen die Günstlingswirtschaft gescheitert ist, muss die Gegenfrage stellen: Wollte er das wirklich?", sagt eine Diplomatin.
Der heute 76-Jährige hätte in seinem von dem Stamm dominierten Umfeld und der mit ihm verstrickten Wirtschaftselite aufräumen müssen. Er feuerte zwei Minister - nur um sie wenig später wieder einzustellen. Der als Korruptionsbeauftragter eingesetzte Ex-Chef von Transparency International Kenia, John Githongo, flüchtete ins Exil. Im eigenen Land hatte man ihn mundtot gemacht.