Richard Fuld:Früherer Lehman-Chef verkauft Luxuswohnung in New York
Die Hypothekenkrise hat die Immobilienpreise in Amerika in den Keller gedrückt - selbst New York gilt derzeit als preiswert. Der Ex-Chef der bankrotten Investmentbank Lehman Brothers will sein Luxusapartment verkaufen - mit einem Preisaufschlag von fast 50 Prozent. von Astrid Dörner
Man kann es ja mal versuchen, denkt sich offenbar Richard (Dick) Fuld und sucht einen zahlungskräftigen Käufer für seine 16-Zimmer-Wohnung an der noblen New Yorker Park Avenue. 32 Mio. $ (23 Mio. Euro) verlangen der Banker und seine Frau Kathleen für das 576 Quadratmeter große Luxusapartment - das sind 11 Mio. $ mehr, als sie im Januar 2007 dafür gezahlt haben.
Damals, als die Welt noch in Ordnung war, investierte der damalige Chef der viertgrößten US-Investmentbank Lehman Brothers riesige Summen in seine Bleibe: Er ließ die Fenster ersetzen, die Küche vergrößern, das Haupt-Badezimmer umgestalten und einen neuen Waschraum einrichten, heißt es in US-Medien.
Die sich über ein Stockwerk erstreckende Wohnung im 11. Stock hat alles, was ein Bankchef braucht: fünf offene Kamine und aus dem Haupt-Schlafzimmer freie Sicht auf den Central Park. Das 13 Meter lange Wohnzimmer eignet sich für kleine und größere Empfänge. Sechs Zimmer hat Fuld für Personal reserviert, davon eines für den Butler.
Dennoch gilt der Preisaufschlag von 50 Prozent als ambitioniert: Wohnungen im früher so teuren New York sind derzeit so günstig zu haben wie seit zehn Jahren nicht mehr.
Mit ein Grund dafür ist ausgerechnet der Kollaps von Lehman Brothers, den Fuld als Ex-Chef mitverantworten muss. Als sein Institut am 15. September 2008 Insolvenz anmeldet, löst das eine Abwärtsspirale aus, die in der schärfsten Rezession seit Jahrzehnten mündet. Zehntausende Banker an der Wall Street verlieren ihren Arbeitsplatz. Auch Fuld gehört dazu. Mittlerweile hat er eine nicht weiter spezifizierte Stelle bei dem New Yorker Hedge Fonds Matrix Advisors angenommen und kümmert sich nebenbei um sein privates Vermögen.
Auch Fulds Tochter versuchte unlängst, etwas Geld loszuschlagen: Sie bot ihr Apartment in Manhatten für 13 Mio. $ an, bekam aber nur 10 Mio. $ - kaum mehr als sie einst selbst bezahlt hatte.
Die Familie Fuld hat derzeit einfach kein Glück. Bereits im November vergangenen Jahres versuchte Richard Fuld, der ohne Abfindung bei Lehman gehen musste, 16 Werke aus der Kunstsammlung seiner Frau beim Auktionshaus Christie's gewinnbringend zu versteigern. Doch auch bei der Auktion war Fuld das Glück nicht hold: Die Gemälde aus der Nachkriegszeit brachten noch nicht einmal den anvisierten Mindestwert von 15 Mio. $ ein.
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