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14.08.2009, 15:10
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Topliga der Finanzjongleure:
Europas Buffett kommt aus Frankreich
Ausgerechnet François Mitterand hat es Edouard Carmignac zu verdanken, dass er sich zu den besten Fondsmanagern der Welt zählen kann. Weil der sozialistische Regierungschef in den 80ern erhebliche Teile der Geldinstitute verstaatlichte, verzichtete Carmignac auf eine klassische Bankerkarriere - und wurde schwer reich.
von Christian Kirchner
Wenn in drei Monaten die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Maueröffnung über die Bühne gehen, wird sich Edouard Carmignac sicher an einen Coup seiner damals frisch gegründeten Investmentboutique Carmignac Gestion erinnern: Das globale Portfolio des französischen Fondsmanagers hatte Ende 1989 ein Fünftel seines Vermögens in deutschen Bau- und Infrastrukturwerten angelegt. Carmignac ahnte, wie euphorisch die Börse auf eine mögliche Wiedervereinigung reagieren würde. Während eines Skiausflugs im schweizerischen Zermatt erreichte ihn dann die gute Nachricht - die deutschen Bauaktien brachten binnen sechs Monaten einen Zugewinn von rund 50 Prozent.
Dem großen Wurf folgten viele weitere nach immer gleichem Muster: Statt sich nur mit Umsätzen, Gewinnen und Bewertungen einzelner Firmen zu beschäftigen oder danach zu trachten, einen Vergleichsindex um einige Prozentpünktchen zu schlagen, begibt sich Carmignac auf die Suche nach den großen, strukturellen Trends. Danach richtet er dann die Auswahl von Aktien und Anleihen.
Fondsmanager Edouard Carmignac
Das Konzept geht auf. Carmignacs Fonds gehören seit Jahren zu den besten ihrer Kategorie und verwalten 22 Milliarden Euro. Der gelernte Börsenhändler gehört inzwischen zur Elite der weltweiten Fondsmanager: Seine größten Portfolios - die bereits 1989 aufgelegten Flaggschifffonds Carmignac Patrimoine und Carmignac Investissement - sind seit Auflage in starken wie auch in schwachen Börsenphasen besser als der Markt. Unter den aktiv gemanagten Produkten ist das eine echte Ausnahmeerscheinung.
Um ein Haar wäre Carmignac in einer klassischen Bankerkarriere stecken geblieben: 1981 erhielt er kurz vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich das Angebot, für eine französische Großbank eine Top-position im internationalen Geschäft zu besetzen. Die Wahl gewann der Sozialist François Mitterrand, der dann kurzerhand weite Teile des französischen Bankensystems verstaatlichte.
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Aus Angst, als eine Art Beamter zu enden, ließ Carmignac den Posten sausen. Bald darauf drehte er der Bankenszene den Rücken, um als Broker und Vermögensverwalter zu arbeiten. Und um Carmignac Gestion zu gründen, eine Fondsgesellschaft, an der er heute noch 70 Prozent der Anteile hält.
Teil 2: Unternehmerischer Mut kennzeichnet auch das Management seiner Fonds
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boerse-online.de, 14.08.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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